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Uetersener Nachrichten

24. August 2017 | 03:28 Uhr

Jubiläum : Ein Lied für die Holmer Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nicht viele Feuerwehrleute dürften dies in ihren Annalen finden. Ein Lied ist über den für sehr lange Zeit größten Einsatz in Holm gedichtet worden. In der Nacht vom 31. Juli auf 1. August 1892 brannten fünf Gebäude, darunter die alte Dorfschule ab. Ein Wachtmann aus Heist, die Nachbarn unterstützten die Holmer bei den Löscharbeiten, hatte das Feuerwehrlied „erdichtet auf den Trümmern zu Holm“, wie eine Chronik vermerkt. 1892 bestand die Truppe gerade zwei Jahre, also kann jetzt das 125-jährige Bestehen gefeiert werden.

Die Gründung resultiert aus einem preußischen Polizeigesetz, erklären Wehrführer Lukas Krack und sein Stellvertreter Martin Krause während eines Pressegesprächs. Die erste Freiwillige Feuerwehr schuf übrigens Napoleon Bonaparte 1811 für Paris, fügen sie hinzu.

Großeinsätze gab es für die Blauröcke übrigens einige nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Sommer 1959 brannte das Buttermoor zehn Tage lang, bevor einsetzender Regen half. Nachlöscharbeiten waren noch bis in den Dezember nötig. Am 2. September 1978 stießen über den Holmer Sandbergen zwei Flugzeuge zusammen. Drei Tote waren zu bergen. Und während der Schneekatastrophe 1979 sowie den Sturmfluten 1962 und 1976 war man im Einsatz. Als die Hetlinger Deiche brachen, wurde in Holm die Leitstelle eingerichtet. Dem damaligen Wehrführer Ernst Wulff dauerte der Aufbau der Strukturen zu lange, also bat er seinem Nachbarn Egon Theel um Hilfe. Der war DRK-Vorsitzender in Altona und setzte den dortigen Katastrophenschutzzug in Gang. Eine bis in die jüngste Vergangenheit währende intensive Kameradschaft zwischen Feuerwehrleuten und Rotkreuzlern war die Folge. Die Geschichte der Holmer Feuerwehr kann auch als eine der ständigen technischen Verbesserungen und der Professionalisierung der Brandbekämpfer gelesen werden. Die ist übrigens für die Zeit von 1890 bis 1967 in einem Protokollbuch festgehalten worden. Ein Einschnitt bedeutet die Entscheidung der Gemeindevertretung in den Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts, am Bredhörnweg ein Gewerbegebiet zu schaffen, so Krack und Krause. Denn die Betriebe erhöhten die Brandlast deutlich, also musste die Truppe aufgerüstet werden.

Modern ist die Mannschaft auch in Sachen Nachwuchsförderung. Kameraden können immer wieder aus der Jugendfeuerwehr gewonnen werden. Seit 2007 gibt es dabei eine Kooperation mit Hetlingen. Und mit Sonja Denker wurde im Jahr 2000 erstmals eine Frau aufgenommen. Aktuell tragen sechs Frauen den blauen Rock, stellen also über zehn Prozent der Aktiven. Das Jubiläum wurde bereits intern gefeiert. Es folgt noch ein Empfang für geladene Gäste sowie für die Holmer Bürger ein Tag der offenen Tür am 9. Mai.

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erstellt am 07.Apr.2015 | 21:35 Uhr

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