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Jubiläum in Langes Tannen : Ein Kindergarten ohne Dach und Wände feiert jetzt Geburtstag

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Was brauchen Kinder, um sich entwickeln zu können? Input und Bewegung! Ganzheitlich! Gemeint ist somit nicht nur die Bewegung der Daumengelenke beim PC-Spiel. Kinder lieben es grundsätzlich, zu experimentieren und Neues zu entdecken. Eltern können diese Neugierde fördern. Mit diversen Spielgeräten vollgestopfte Kinderzimmer sind nicht nur nicht nötig, sie unterbinden auch das kreative Potenzial der Kleinen.

Die Erziehungsberechtigten können viel tun, wissen Entwicklungsforscher. Loslassen zum Beispiel. Doch das fällt in der behüteten Welt von heute oft schwer. Die Angebote der Industrie sind in der Regel passgenau. Sie entsprechen dabei jedoch oft den Bedürfnissen der Eltern.

Zurück zu den Wurzeln, sagte sich bereits in den 1950-er Jahren Ella Flatau aus dem dänischen Sölleröd, die damals den ersten Waldkindergarten gründete. Eine der Möglichkeiten, sich dem „Vorgesetzten“ zu entziehen.

In Deutschland war Flensburg 1993 Ausgangspunkt dieser Kinderbetreuungsform im Wald. Zehn Jahre später war Uetersen an der Reihe. In der Christuskirche befasste man sich mit dieser Thematik und rief eine Gruppe ins Leben, die bis heute existiert. Der Waldkindergarten von Langes Tannen feiert nun Geburtstag. Zehn Jahre alt wird er. Wie aber feiert man im Wald? Mit Sandkuchen, Herbstlaub-Tee und Holzkerzen? Das wäre was... Staunen, Schmausen, Schunkeln heißt daher die Devise – und das, bis der Wald wackelt.

Wie das geht, zeigt der Waldkindergarten der Christuskirche am Freitag, 25. Oktober, auf dem Museumsgelände Langes Tannen. Mit dabei sind aktive, ehemalige und zukünftige Waldkinder, Eltern, Großeltern, Fans und Freunde. Und alle, die es noch werden wollen. Los geht es um 15 Uhr in der Museumsscheune. Höhepunkt dort ist ein filmischer Querschnitt aus dem Waldkindergartenleben. Außerdem haben alle 18 Waldkinder gemeinsam eine Überraschung vorbereitet. Fotoapparate sollten also eingesteckt werden.

Anschließend warten Bastelspiele auf die Kleinen und der Waldmarkt mit wohltuenden und wohlschmeckenden Produkten darauf, von den Großen entdeckt zu werden. Kaffee und selbstgebackener Kuchen wird natürlich ebenfalls serviert. Auf viele Geburtstagsgäste hoffen die Erzieher und die Kinder.

Fakten zum Uetersener Waldkindergarten: Man leistet sich „pädagogischen Luxus“, also drei Erzieherinnen (alle mit Zusatzqualifikation Wald- oder Naturerlebnis-Pädagogik), dreimal pro Woche ist eine verlängerte Betreuungszeit (bis 14 Uhr) möglich. Es gibt eine Holzhütte zum Aufwärmen, Basteln, Lesen, Kuscheln, mehrwöchige Projekte zu verschiedenen Themen und regelmäßiges Experimentieren im Wald-Labor. Mittwochs bereiten die Kinder ihr Frühstück und das Mittagessen selbst zu. Beim monatlichen Sing-Spiel-Bastel-Treffen mit Bewohnern des Senioren- und Pflegeheimes „Haus am Rosarium“ lernt Jung von Alt und umgekehrt. Biblischer Morgenkreis: Das Waldpuppentheater erzählt einmal in der Woche Geschichten aus dem Buch der Bücher. Und auch Waldkinder kennen DIN A4-Papier! Geübt wird diesbezüglich einmal pro Woche mit allen, die im nächsten Jahr zur Schule kommen. Ran ans Werkzeug: regelmäßig wird gehämmert, gesägt, geschnitzt oder sogar gebaut. Im Winterhalbjahr wird zudem einmal pro Woche in der Jahnhalle geturnt.

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erstellt am 16.Okt.2013 | 18:15 Uhr

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