Projekt : Ein Jahr mit der Kamera dokumentiert

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Den Lauf des Jahres mit der Kamera zu dokumentieren, hat sich Elisabeth-Juliane Herrmann vorgenommen. Herausgekommen ist die Serie „365 und 1 Tag“, denn es handelt sich um ein Schaltjahr. Sie ist im Internet zu begutachten und wird demnächst im Haseldorfer Elbmarschenhaus zu sehen sein.

shz.de von
17. Oktober 2012, 20:38 Uhr

Seit 40 Jahren fotografiert die Haselauerin, bevorzugt Landschafts- und Naturmotive. Seit einiger Zeit sind digitale Kameras in Benutzung. Was sie für gut befindet, wird auf dem Rechner gespeichert. Durch Zufall entdeckte Elisabeth-Juliane Herrmann, dass sie fast jeden Tag fotografiert. Da war es ein naheliegender Gedanke, das Jahr zu dokumentieren. „Wir leben in so einer schönen Gegend“, erklärt sie.

Leichte Zweifel gab es anfangs, ob sie durchhalten würde. Etwa jeden Tag das Haus zu verlassen und mindestens ein Foto zu produzieren, etwa auch bei Schnee und Unwetter. „Aus Verzweiflung“ wurde einmal ein Schneesturm durch das Fenster ihres Hauses fotografiert. Schwierig erschien es, in den dunklen Monaten ausreichend Motive zu finden. Heute ist klar, „es gibt kein unmögliches Fotowetter“. Gerade im Herbst habe sie mit dem diffusen Licht ein paar sehr schöne Aufnahmen gemacht.

Der Zufall half bei einigen Aufnahmen mit. So wollte die Fotografin einen Bussard in der Nähe der Elbe ablichten. Der kam ihr nicht vor die Linse, jedoch die „Deutschland“ mit den Olympioniken an Bord auf ihrem Weg von London nach Hamburg. Und mit Peter Hamster fuhr sie raus auf den Fluss, um die Binsenernte zu dokumentieren. Dabei umkreiste ein Seehund-Paar das Schiff und wurde natürlich abgelichtet.

Elisabeth-Juliane Herrmann zeigt mit ihrer Serie auch Wichtiges und Vergängliches auf. So ist ein Bauernhof in der Seestermüher Marsch zu sehen, der wenig später zu einem Opfer der Flammen wurde. Oder am Tag vor dem Klevendeicher Brückenfest ist das Bauwerk bunt illuminiert worden, was sie ebenfalls in das Projekt aufnahm.

Zwar bedient sich Elisabeth Juliane Herrmann der modernen Computertechnik in der Bildbearbeitung, doch sie setzt sich selber Grenzen. Von extremen Möglichkeiten wie Langzeitbelichtung oder Hochkontrastbild (HDR) hält sie nichts, denn das Ergebnis sei zu „kitschig, bunt, milchig.“

Einige Bilder sind auf der Website zu sehen, die Elisabeth-Juliane Herrman mit ihrem Mann Rolf betreibt. Ferner nutzt sie Dienstleistungsportale für Fotografen, wie Flickr oder fotocommunity.

„Meine Bilder sollen die Menschen erfreuen“, ist das Credo der Marschmerin. Mit dem Projekt ist ihr dies gelungen.

www.flickr.com/photos/juliane-herrmann/

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