Volkskundliche Sammlung : Ein Herz für Dinge der Vergangenheit

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Wer sich für historische Waagen interessiert und sich nicht mehr daran erinnert, wie Fotoapparate, Filmkameras und Diaprojektoren aussahen und funktionierten, sollte einmal wieder das Museum auf dem Mölln-Hof aufsuchen.

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30. Juli 2012, 20:11 Uhr

Noch an den jeweils ersten Sonntagen im August, September und Oktober ist die volkskundliche Ausstellung, die von der Kulturgemeinschaft auf einer Fläche von etwa 800 Quadratmetern aufgebaut wurde und kontinuierlich erweitert wird, von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Danach ist „Winterpause“ bis April 2013. Aber natürlich gibt es für die Mitglieder des Arbeitskeises Mölln-Hof der Kulturgemeinschaft zu keiner Zeit des Jahres eine Pause. Sie sind unentwegt damit beschäftigt, bereits vorhandene oder neu hinzugekommene Exponate in die Ausstellung zu integrieren und sie funktionsfähig zu machen. Und so wird das ganze Jahr über gereinigt, repariert, getüftelt und gewerkelt. Die Ergebnisse führen den Ausstellungsbesucher in die eigene Kindheit oder die Zeit der Groß- und Urgroßeltern zurück, lassen Erinnerungen wach werden und Freude darüber aufkommen, dass es so engagierte, ehrenamtlich wirkende und zudem handwerklich begabte Mitglieder der Kulturgemeinschaft gibt.

So haben Otto Sturm, Wilfried Brumm und Holger Pott maßgeblichen Anteil daran, dass eine aus den 1920er bis 1930er Jahren stammende Drehbank zur Metallverarbeitung wieder voll funktionsfähig ist und Besuchern die Arbeitsweise und vor allem auch die Übertragung von Kräften und Drehrichtungen gezeigt werden kann. Die Maschine stammt übrigens von Kulturgemeinschaftsmitglied Willi Timm. Er hat einst daran in Heimarbeit Drehteile hergestellt. Wer sich eher für das „Filigrane“ interessiert, der sollte bei seinem nächsten Besuch im Museum Mölln-Hof vor der Vitrine mit den Brief- und Münzwaagen, der Apothekenwaage und den Küchenwaagen stehen bleiben. Die Waagen werden im Untergeschoss ausgestellt.

Im Obergeschoss, in direkter Nachbarschaft zum Filmarchiv, wurde eine Vitrine mit Kameras und Projektoren, die etwa 100 Jahre alt sein dürften, bestückt. Aber auch Fotoapparate aus den 1950er Jahren wie eine Super Silette oder Filmkameras aus den 1960er Jahren werden ausgestellt. Auch eine Sofortbildkamera, die ja auch mittlerweile „Historie“ ist, gehört ebenso zu den Exponaten wie ein „Dux-Kino“ oder ein Epidiaskop.

Etwa 300 Filme, die aus der ehemaligen Kreismedienstelle stammen, hat die Kulturgemeinschaft archiviert. Auch am Sonntags-Öffnungstag 5. August werden einige Kurzfilme gezeigt. Und wie immer dürfen die Besucher zu allen Exponaten und Ausstellungsbereichen Fragen an die anwesenden Mitglieder des Arbeitskreises I stellen. Sie geben gerne Auskunft. Im Untergeschoss wurden nun auch Sitzmöglichkeiten geschaffen, die zum Ausruhen und zum Gedankenaustausch bei einer Tasse Kaffee genutzt werden können.

Wer außerhalb der Sonntags-Öffnungen das Museum besuchen möchte, sollte mit dem Leiter des Arbeitskreises Lothar Kranz (905172) oder dem Vorsitzenden der Kulturgemeinschaft Harald Schulz (51207) Kontakt aufnehmen.

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