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azv-Modernisierung : Ein Gutachter gegen das Misstrauen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Keine zusätzliche Geruchsimmission“ hat Hilmar Poschmann, Projektleiter des Abwasser-Zweckverbandes (azv) Südholstein, den Hetlingern während der Modernisierung der mechanische Reinigungsstufe auf dem Klärwerksgelände versprochen. Zusammen mit Dr. Julia Weilbeer, Leiterin des Geschäftsbereichs Produktion, stellte er mit einem gut 30-minütigen Vortrag das Projekt vor.

shz.de von
erstellt am 27.Mär.2015 | 18:53 Uhr

Die knapp 60 Bürger waren in der Mehrzweckhalle allerdings weniger an den technischen Details der „systemischen Neukonzeption“, so Dr. Julia Weilbeer, interessiert, sondern an den Auswirkungen, die 17-Millionen-Euro-Investition auf ihr tägliches Leben hat. Und da ist besonders der erste Bauabschnitt umstritten, der nach Ostern beginnt und im Juli 2016 beendet sein soll. Die Erneuerung des Zulauf stellt nach Auskunft der Planer kein Problem dar, weil es in einem geschlossenen Gebäude erfolgt.

Anders sieht es bei der Vorklärung aus, die aus vier Becken besteht. Zwei sollen abgebrochen und erneuert werden, während die andere beiden arbeiten. Anschließend sind die verbliebenen zwei dran. Doch dafür muss zuerst das Zelt abgebrochen werden, dass den Gestank einfängt. Roland Krügel, Vorstand des Kommunalunternehmens, wies auf zwei Geruchsgutachten hin, die Teil der Baugenehmigung sind und die nachgewiesen haben sollen, dass dies nicht mit einer erhöhten Geruchsbelästigung verbunden ist. Ferner wiesen sie auf Chemikalien hin, die im Netz des azv zugefügt werden. Bei Bedarf könnten diese geruchsbindenden Stoffe auch auf dem Klärwerksgelände eingesetzt werden.

Alle Redner wollten die grundsätzliche Notwendigkeit der Sanierung nicht in Frage stellen. Kritisiert wurde nur das Wie. Wilhelm Duis, ehemaliger Wahlleiter der Gemeinde, bezweifelte den Optimismus der Planer, denn die Vorklärung war in den Achtziger- und Neunzigerjahren vor der Überdeckung der Becken der größte Gestankproduzent.

FW-Vorsitzender Michel Wiest kritisierte, dass der azv in seinen Planungen nicht eine Abdeckung von jeweils zwei Becken der Vorklärung aufgenommen hat. Eine provisorische Plane brachte auch der Vorsitzende des Sport-, Kultur- und Umweltausschusses, Oliver Schönfeldt (CDU), ins Gespräch.

Das bezeichnete Poschmann als nicht machbar. Grundsätzlich in Zweifel zog Ralf Hübner, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Haseldorfer Marsch die Aussagen der Planer, weil schon mehrfach von Klärwerksvertretern die Unwahrheit gesagt wurde. Krügel schlug einen Geruchsgutachter vor, der während den Bauarbeiten mögliche Probleme dokumentieren soll: „Sie schlagen ihn vor, wir bezahlen ihn.“

Weitere Informationen

Mehrere Möglichkeiten gibt es für die Bürger, sich über das azv-Projekt zu informieren. So ist vom kommunalen Zweckverband ein Flyer „Modernisierung der mechanischen Reinigungsstufe im Klärwerk Hetlingen“ herausgebracht worden. Auf der Website findet man ferner die Präsentation von der Informationsveranstaltung.

Vorstand Roland Krügel und Dr. Julia Weilbeer, Leiterin Produktion, standen schon den Hetlinger Politikern während der Februarsitzung des Sport-, Kultur- und Umweltausschusses Rede und Antwort. Das Protokoll ist im Ratsinformationssystem der Stadt Uetersen zu finden.

www.azv.sh/aktuelles.html

www.ratsinfo.uetersen.de

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