Ein Großprojekt für Heidgraben

Heidgrabens Bürgermeister Ernst-Heinrich Jürgensen (SPD, von links), dankte Dirk Weber, Peter Kruse und Ingeborg Liebich für ihr Engagement in der Gemeinde.
Heidgrabens Bürgermeister Ernst-Heinrich Jürgensen (SPD, von links), dankte Dirk Weber, Peter Kruse und Ingeborg Liebich für ihr Engagement in der Gemeinde.

Während des Neujahrsempfangs macht Bürgermeister Jürgensen deutlich, wie dringend der Neubau des Feuerwehrgerätehauses ist

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30. Januar 2018, 16:05 Uhr

Traditionell als eine der letzten Gemeinden in der Region lädt Heidgraben zu seinem Neujahrsempfang ein. So auch in diesem Jahr, als Bürgermeister Ernst-Heinrich Jürgensen (SPD) am Sonntagmittag im Gemeindezentrum rund 100 Besucher, darunter Vertreter aus den Nachbarkommunen, Amtsdirektor Rainer Jürgensen sowie Landtagsmitglied Thomas Hölck (SPD), begrüßen konnte. Während Jürgensens Rede wurde deutlich, dass hinter der Gemeinde ein ereignisreiches Jahr liegt und die kommenden Monate nicht minder arbeitsreich werden dürften. Denn unter anderem muss der Neubau des Feuerwehrgerätehauses angeschoben werden.

Am Sonntag widmete sich der Bürgermeister unter anderem dem Thema Finanzen. Die Tatsache, dass kein Vertreter des Kreises Pinneberg den Weg nach Heidgraben gefunden hatte, nutzte Jürgensen für einen kleinen Seitenhieb: „Es hat wohl keiner Lust, sich zum hundertsten Mal anzuhören, dass die Kreisumlage zu hoch ist.“ Die Kritik untermauerte der SPD-Politiker mit Zahlen. Von den rund 5,8 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt müsse die Gemeinde alleine 1,56 Millionen Euro an Kreis- und Amtsumlage zahlen, so Jürgensen. Hinzu komme, dass der Kreis Gelder, die der Gemeinde zustehen, nicht rechtzeitig überwiesen habe. Schuld daran ist unter anderem ein Personalengpass in der Kreisverwaltung (wir berichteten). „Darunter haben wir zu leiden“, sagte Jürgensen.

Doch es gab auch Erfreuliches zu berichten. So äußerte Jürgensen die Hoffnung, den Haushalt 2017 mit einer schwarzen Null abschließen zu können. Ein Gespräch mit der Kämmerin habe diese genährt, betonte der Bürgermeister. Und auch die 1,2 Millionen Euro, die die Gemeinde in diesem Jahr für Kindertagesstätte und Grundschule ausgibt, seien gut investiert. „Wir machen in der Kita mehr als notwendig“, so Jürgensen. Statt der vorgeschriebenen 1,5 Erzieher pro Gruppe, gebe es in Heidgraben zwei. Der Bürgermeister erklärte, dass die Sondergenehmigung für eine zusätzliche Kita-Gruppe, die der Kreis im vergangenen Jahr erteilt hatte, wohl verlängert werden muss.

Einsparungen erhofft sich Jürgensen von der nahezu flächendeckenden Umrüstung der Straßenbeleuchtung in Heidgraben auf LED, die mittlerweile abgeschlossen ist. Probleme bereitet derzeit allerdings die Hauptstraße. In einem Bereich vom Niendamm bis zur Tornescher Stadtgrenze ist die Beleuchtung defekt. Wie Jürgensen berichtete, müssen dort neue Masten errichtet werden. Die Arbeiten verzögern sich, was allerdings nicht Schuld der Gemeinde sei. In der vergangenen Woche sei nun zunächst damit begonnen worden, Erdkabel zu verlegen, so Jürgensen.


Wachstum bringt neue Herausforderungen

Deutlich wurde am Sonntag zudem, dass die Gemeinde weiterhin boomt. 93 Bewerbungen für Bauplätze liegen derzeit vor. Das Interesse übersteigt die Zahl der vorhandenen Flächen damit deutlich. Auch die Schülerzahl steigt stetig. Mittlerweile werden an der Grundschule 145 Kinder unterrichtet, von ihnen nutzen 113 die Angebote des offenen Ganztags. Entsprechend wird im Sommer erneut zweizügig eingeschult. Um für ausreichend Platz zu sorgen, hat die Gemeinde ein neues Raumkonzept erarbeitet, das gestern Abend während der Sitzung der Gemeindevertretung diskutiert wurde.

Die steigende Einwohnerzahl sorgt zudem dafür, dass nach der Kommunalwahl im Mai 17 gewählte Vertreter die Geschicke Heidgrabens in der Gemeindevertretung bestimmen werden − und damit vier mehr als bislang. Zirka 2800 Menschen leben laut Jürgensen aktuell in Heidgraben.

Eines der größten Projekte der kommenden Jahre wird der Neubau des Feuerwehrgerätehauses sein. Wie dringend er ist, machte der Bürgermeister deutlich: „Wir stehen mit einem Bein im Knast.“ Damit beschrieb der Bürgermeister die nicht angemessene Unterbringung der Einsatzkräfte, die bereits seit Jahren nur noch mit Sondergenehmigungen möglich ist. Da der Brandschutz Gemeindesache sei, müsse das Thema dringend angegangen werden, so Jürgensen. Er habe die Hoffnung, für den Bau öffentliche Gelder zu bekommen, denn das Land Schleswig-Holstein habe jüngst sechs Millionen Euro für Feuerwehrgerätehäuser zur Verfügung gestellt. Auf den Weg gebracht ist mittlerweile die Anschaffung eines neuen Löschfahrzeugs. Das sogenannte LF 10 wird jedoch nicht vor Ende 2019 erwartet.

Ebenfalls in 2019 soll der Start zum Breitbandausbau in Heidgraben erfolgen. „Wann genau, weiß ich nicht“, sagte Jürgensen. Es soll jedoch rechtzeitig eine Einwohnerversammlung zu dem Thema geben.

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