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Uetersener Nachrichten

24. November 2017 | 06:59 Uhr

Ein großer Esinger ist nicht mehr

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Trauer um Arthur Mölln Der Gründer und Ehrenvorsitzende der Kulturgemeinschaft ist am 10. Juli verstorben

Ohne sein Engagement für die Pflege und Erhaltung von Kulturgut würde es in Tornesch wohl nicht die Kulturgemeinschaft und das Heimathaus geben und hätte so manches historische Gebäude im Tornescher Ortsteil Esingen seinen Charme durch Umbauten verloren. Arthur Mölln war ein Esinger aus vollem Herzen. Am 10. Juli hörte das Herz des 93-Jährigen auf zu schlagen. Ein großer Esinger, Ehrenvorsitzender der Gemeinschaft zur Erhaltung von Kulturgut in Tornesch und Ehrenvorsitzender der Ernst-Martin-Groth-Stiftung, ist nicht mehr.

Seinem Geburtsort Esingen, in dem er auf einem Bauernhof einer alteingesessenen Familie am 15. April 1924 das Licht der Welt erblickte, blieb Arthur Mölln Zeit seines Lebens verbunden. Nicht nur, dass er in Esingen mit seiner Familie lebte und er enge nachbarschaftliche Kontakte pflegte. Er setzte sich für das kulturelle Leben in Esingen, den Zusammenhalt unter den Esingern und den Erhalt des dörflichen Charakters der Tornescher Urgemeinde ein. Maßgeblich hatte Arthur Mölln 1985 die Esinger 700-Jahrfeier mit vorbereitet und gestaltet. Er war es, der nach dem Esinger Jubiläum, bei dem zahlreiche historische Gegenstände zusammengetragen worden waren, die Gründung der Gemeinschaft zur Erhaltung von Kulturgut in Tornesch anregte und mit Gleichgesinnten 1985 aus der Taufe hob. Bis 1991 war Arthur Mölln Vorsitzender der Kulturgemeinschaft, danach deren erster Ehrenvorsitzender. 1992 gründete er auf Wunsch des Erblassers Ernst Martin Groth die gleichnamige Stiftung und wurde deren Vorsitzender bis zum Jahr 2000. Entsprechend des Stiftungszwecks setzte sich Arthur Mölln für die Schaffung eines Heimathauses in Tornesch ein. Seinen Weggefährten aus dieser Zeit ist noch gut in Erinnerung, wie er keine Mühen scheute und mit Hartnäckigkeit, Überzeugungskraft und dem finanziellen Grundstock der Groth- Stiftung den Ausbau und die Restaurierung des Ostermannschen Hofes zu einem Heimathaus verwirklichte. Mit unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit hatte Arthur Mölln einen großen Anteil an der Schaffung des Heimathauses und der Erfüllung seines Traums, einen kulturhistorischen Treffpunkt zu schaffen, der Geschichte bewahrt und allen Bürgern offen steht.

Arthur Mölln, der bis zu seiner Pensionierung als technischer Angestellter im Katasteramt des Kreises Pinneberg arbeitete, war ein großer Unterstützer der Dorferneuerung und wirkte bei der Ortsgestaltungssatzung mit. Der Erhalt historischer Bausubstanz lag ihm am Herzen. Mit Rat und Tat stand er Bürgern in ganz Tornesch, die an ihren Gebäuden ortsbildprägende Eigenschaften erhalten wollten, zur Seite und setzte den Zweck der Ernst-Martin-Groth-Stiftung auch in diesem Bereich verantwortungsvoll um. Eingesetzt hat sich Arthur Mölln dafür, dass sein Neffe an die Kulturgemeinschaft das ehemalige Wirtschaftsgebäude des Mölln-Hofes für die Einrichtung eines volkskundlichen Museums verpachtet.

Mit gleichgesinnten Esingern gehörte Arthur Mölln zu den Gründern der Interessengemeinschaft „Südtangente“ gegen den Bau der K22 mitten durch Esingen. Für die Tornescher Ortschronik, deren Herausgabe durch die Groth-Stiftung gefördert wurde, schrieb er ein umfangreiches Kapitel zur Entwicklung der Bauernhöfe in der Gemeinde.

Für seine Verdienste um die Erhaltung von Kulturgut und sein umfassendes ehrenamtliches Engagement wurde Arthur Mölln im Jahr 2010 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, sein Einsatz für seine Familie und ältere Menschen und sein Wirken für seinen Heimatort Esingen werden unvergessen bleiben.

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