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Premiere am 28. März : Ein Gottesdienst für Demenz-Kranke

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Ein herzliches Willkommen“ will Pastor Dr. Helmut Nagel mit diesem Gottesdienst aussprechen: „ihr gehört zu uns.“ Denn am Sonnabend, 28. März, wird er ab 15 Uhr in der Hetlinger Kirche eine Andacht für Demenzkranke und ihre Angehörigen zelebrieren.

Inititiert hat dies Nina Berg mit einem Anruf bei dem Pastor. Sie ist Altentherapeutin, betreut Senioren und demenzkranke Menschen sowohl selbstständig als auch für den Holmer Pflegedienst „Schröder & Sell“. Aus ihrer Arbeit weiß die Hetlingerin, dass sich diese Menschen zurückziehen, Angehörige sich mit ihnen auch nicht mehr in die Öffentlichkeit trauen. Nina Berg suchte eine Möglichkeit, diese Entwicklung wenigstens ein Stückchen zu durchbrechen.

Nagel fand das „eine tolle Idee“ auch weil er dies „noch nie gemacht hat“. Erfahrungen sammelte er durchaus mit dementen Menschen, etwa aus seinen Besuchen und Andachten im Haseldorfer Seniorenpflegeheim „Dat Marschhus“. „Sie leben in ihrer eigenen Welt“ und für ihn stellt sich die Frage: „Wie kann man sie treffen?“

Bei ihrem Projekt setzen Nina Berg und der Gottesmann auf das bei vielen dementen Menschen noch durchaus vorhandene Langzeitgedächtnis. Wenn etwa alte Lieder gesungen werden, stimmen viele mit ein, hat Nagel beobachtet.

Der Gottesdienst wird speziell auf die Bedürfnisse dieser Menschen ausgerichtet. Bekannte Lieder wurden ausgewählt, der Männergesangverein Eintracht“ eröffnet und beendet die Andacht musikalisch. Sie soll nur 30 Minuten dauern und „einfach gestrickt sein“, so Nagel. Zudem gibt es einen Fahrdienst, den Günter Rosendahl organisiert. Wer abgeholt werden möchte, meldet sich bis spätestens 27. März im Kirchenbüro an, Telefon 04129/241.

Nagel war sich aber auch sicher: „Das schaffen wir nur im Team.“ Und so fragte Nina Berg bei der Hetlinger DRK-Vorsitzenden Beate Seifert an. „Wir sind offen für Neues“, erklärte sie. Man kümmere sich ja schon um die Alten im Dorf.

Nach der Andacht gibt es noch die Möglichkeit des Beisammenseins im Jugendraum der Hetlinger Kirche. Die Organisatoren weisen darauf hin, dass sowohl Kirche als auch der Jugendraum barrierefrei sind.

Und es wird ein Infoabend vorgeschaltet. Am Mittwoch, 11 März, gibt der Pastor und die Altentherapeutin im Gemeindehaus St. Gabriel in Haseldorf ab 19.30 Uhr Wissen weiter. Zudem soll auf den Gottesdienstes eingestimmt werden.

Der Besuch des Infoabends ist allerdings nicht obligatorisch für die Besucher des Gottesdienst, zu dem auch Menschen kommen können, die nicht direkt oder indirekt betroffen sind, sondern sich einfach nur für das Thema interessieren.

Unterstützung durch die Nachbarn

Gottesdienst und Infoabend sind nicht nur für die Menschen aus den beiden H-Dörfern von St. Gabriel gedacht. Es gebe Unterstützung aus den Nachbargemeinden St.Johannes, Hl. Dreikönig und St. Michael, berichtet Pastor Dr. Helmut Nagel von Gesprächen mit den dortigen Pastoren. Mit Flyern und Plakaten wird dort sowie in den Alten- und Pflegeheimen der Region auf die Termine hingeweisen. Denn „wir heißen auch Gäste willkommen, die nicht in Haseldorf oder Hetlingen leben“, so Nagel.

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erstellt am 04.Mär.2015 | 19:07 Uhr

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