Ein Glücksfall für die Gemeinde

Nicht den Staffelstab, sondern die Schulglocke hat Ingeborg Liebich (links) gestern symbolisch an die kommissarische Leiterin der Grundschule Heidgraben, Yella Schulz, überreicht.
1 von 2
Nicht den Staffelstab, sondern die Schulglocke hat Ingeborg Liebich (links) gestern symbolisch an die kommissarische Leiterin der Grundschule Heidgraben, Yella Schulz, überreicht.

Kollegen, Vorgesetzte und Bürgermeister sind sich einig: Ingeborg Liebich hat die Grundschule in Heidgraben maßgeblich geprägt

23-48119641_23-99220571_1530785332.JPG von
01. Februar 2018, 16:05 Uhr

Es war ein deutliches Zeichen dafür, wieviel Ansehen Ingeborg Liebich auch bei ihren Vorgesetzten besitzt: Gleich beide Schulräte des Kreises Pinneberg − Adelia Schuldt und Dirk Janssen − hatten sich gestern auf den Weg nach Heidgraben gemacht, um die langjährige Leiterin der Grundschule in den Ruhestand zu verabschieden. Während der mehr als zweistündigen Veranstaltung im Gemeindezentrum kamen Weggefährten, Kollegen und Freunde der 63-Jährigen zu Wort. Einhelliger Tenor: Liebich war ein Glücksfall für die Gemeinde Heidgraben und hat die Grundschule während ihrer zehnjährigen Tätigkeit als Rektorin fit für die Zukunft gemacht.

Schuldt, die mit Liebich eine persönliche Freundschaft pflegt, erinnerte an den Werdegang der 63-Jährigen. „Ursprünglich wollte sie gar keine Lehrerin werden.“ Denn Liebich hat zunächst Modedesign studiert. „Und das sieht man heute noch“, beschrieb Schuldt den Kleidungsstil der künftigen Ruheständlerin. Ihr Referendariat absolvierte Liebich in Tornesch, im Sommer 1982 nahm sie eine Stelle an der Grundschule in Appen an. Nach Stationen in Moorrege und Pinneberg und einer Rückkehr nach Appen kam sie 2008 schließlich nach Heidgraben. „Räumlich war damals vieles noch nicht so gestaltet, dass man moderne Grundschulpädagogik umsetzen konnte“, so Schuldt. Doch Liebich habe die Umgestaltung angepackt und so konnten beispielsweise Verwaltungsbereich, Schulhof und Halle modernisiert werden. Auch den Weg zur offenen Ganztagsschule habe die Rektorin mit viel Energie maßgeblich geebnet. „Eine kleine Schule zu leiten, ist nicht einfacher, als eine größere“, so Schuldt, die Liebich als „Glücksfall für die Schule“ bezeichnete.


Bürgermeister lobt die Zusammenarbeit

Auch Bürgermeister Ernst-Heinrich Jürgensen (SPD) erinnerte an die zahlreichen Veränderungen, die Liebich vorgenommen hat. „Es ist nicht immer einfach mit uns in der Gemeinde, wenn die Kassen leer sind“, sagte Jürgensen, der die stets gute und sachliche Zusammenarbeit mit der Schulleiterin lobte. Der Bürgermeister betonte: „Sie haben gepowert bis zum Schluss.“

Vor zehn Jahren habe sie Liebich in ihrer damaligen Funktion als Schulelternvertreterin begrüßt und eine gute Zusammenarbeit gewünscht, berichtete Susanne Ziemer. Heute ist sie eine der Koordinatorinnen des offenen Ganztags und konnte gestern berichten: „Die Zusammenarbeit war nicht gut, sie war hervorragend.“ Auch Pastorin Almuth Bretschneider, Irmgard Voss, langjährige Vorsitzende des Fördervereins Challes et Heidgraben, und der ehemalige Schulrat Peter Wendt, der lange in der Schulleiterfortbildung aktiv war, fanden ausschließlich lobende Worte für Liebich. Bevor die 63-Jährige symbolisch die Schulglocke an ihre kommissarische Nachfolgerin Yella Schulz übergab, erinnerte sie daran, dass die Zeiten nicht immer leicht gewesen sind. „Aber mein Motto war stets: Wir packen es an, wir schaffen es“, so Liebich. Mit dem Abschied schwinge auch Wehmut mit, betonte die langjährige Schulleiterin, doch sie freue sich auf neue Wege und neue Anfänge.

Liebich sprach gestern von einem „bewegenden Tag“, der ihr Mut mache, das loszulassen, was sie jahrelang bewegt habe. Beigetragen zu der gelungenen Veranstaltung hatten unter anderem die mehr als 100 Schüler, die zahlreiche Beiträge und Aufführungen vorbereitet hatten. Die Kollegiumsmitglieder hatten für Liebich eigens ein neues Lied geschrieben und vier Freundinnnen Liebichs − allesamt aktuelle oder ehemalige Schulleiterinnen − sorgten mit kreativen Geschenken für jede Menge Lacher.

Die Stimmung auf den Punkt brachte schließlich der Schulchor. „Die Zeit war wirklich schön. Wir wünschen dir ganz viel Glück“, sangen die Schüler, deren Grundschule Liebich in den vergangenen zehn Jahren geleitet hatte.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen