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Uetersener Nachrichten

23. September 2017 | 11:27 Uhr

Geschenk : Ein Glockenturm soll umziehen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Vorstellung sorgt für Hochstimmung bei allen Beteiligten: 40 Jahre nach dem Bau des Gemeindezentrums könnte die Kirche in Holm nun endlich einen Glockenturm bekommen. Es wäre die Krönung der in den vergangenen Jahren angegangenen Sakralisierung eines ansonsten eher schmucklosen Domizils für die Holmer Kirchenglieder.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2011 | 21:36 Uhr

Die Geschichte der Holmer Kirche ist geprägt von Misserfolgen, wirtschaftlichen Zwängen und enttäuschten Hoffnungen. Dabei fing es 1969 so gut an, als die Pläne für den Bau eines Kirchenzentrums mit Gemeindehaus, Kirche und Glockenturm am Standort Steinberge vorgestellt wurden. Gebaut wurde 1971 nur das Gemeindezentrum, entstanden in der typischen Architektur der Zeit: zweckmäßig, aber wenig sakral. Für mehr fehlte das Geld! Der nachträglich geplante Bau eines Glockenturms scheiterte 1980 an fehlenden Mitteln, wurde 2004 aus eben diesem Grund wieder verschoben. Und auch der Bau einer Kirche konnte Anfang 2000 nicht in Angriff genommen werden, dieses Mal schoben die Bürger dem Projekt einen Riegel davor.

Nun allerdings stehen die Vorzeichen außerordentlich gut, der Möllner Kirche sei Dank. Selbst Pastorin Susanne Schmidtpott, sonst eher zurückhaltend mit Prognosen, glaubt inzwischen fest daran, dass die Holmer zum nächsten Weihnachtsfest mit Glockengeläut in ihrer Kirche begrüßt werden. Die Frage sei weniger, ob es einen Turm für Holm geben werde, sondern wie schnell, sagte sie.

Die evangelisch-lutherische Kirche möchte ihren 1999 erbauten Glockenturm loswerden, hat ihn der Kirchengemeinde in Wedel, zu der auch der Standort Holm gehört, angeboten. Zu tragen sind lediglich die Kosten für Auf- und Abbau sowie den Transport. Schätzungen zu Folge belaufen sich auf 57000 Euro, der Neubau eines Glockenturms würde das Doppelte kosten.

Die Chancen stehen gut, dass sich die AktivRegion mit 55 Prozent beteiligt, die verbleibende Summe muss die Kirchengemeinde selber aufbringen. Für Uwe Beis, Mitglied im Kirchenvorstand und Projektbetreuer, kein Problem. „Wir haben schon unser Tauffenster mithilfe von Spenden finanziert“, sagte er. Nur die Glocken fehlen! Knapp zwölf Meter hoch ist der Glockenturm, der aus Mölln in den Kreis Pinneberg wechseln soll. Damit überragt er das sieben Meter hohe Gemeindezentrum deutlich. Er steht auf einem großen Betonfundament, die Stützen sind aus Stahl, das Dach ist aus Blech. Der hölzerne Glockenstuhl ist geschlossen, was vor allem Pastorin Susanne Schmidtpott ganz wichtig ist. „Wir müssen den Schall lenken können, möglichst nach oben, sonst fallen den Nachbarn die Ohren ab, wenn wir läuten“, sagte sie. Zwei übereinander hängende Glocken haben Platz, die für die Holmer Kirche angefertigt werden müssen. Die Kosten hierfür, insgesamt etwa 6000 Euro, sind in der Kalkulation bereits enthalten. Wo der Glockenturm stehen wird, darüber gibt es keine Differenzen: neben der Treppe, die auf das Kirchengelände führt. Hier sehen auch die ursprünglichen Pläne von 1969 den Standort vor. „Wäre es nicht wunderbar, wenn wir unsere Kirche demnächst nicht nur sehen, sondern auch hören könnten?“, fragte Susanne Schmidtpott während einer Informationsveranstaltung wohl eher rhetorisch.

Das wäre es in der Tat, und so hat das Projekt viele Fürsprecher. Etwa Bürgermeister Walter Rißler! „Für mich ist die Kirche jetzt hier im Gemeindezentrum zu Hause, und ich begrüße die Idee mit dem Glockenturm. Nun ist Phantasie gefragt, um das Projekt in Holm bekannt zu machen und Mitstreiter zu gewinnen“, sagte er.

Und auch Propst Thomas Drope ist begeistert. „Glockengeläut vermittelt mir ein Heimatgefühl“, sagte er. Es sei das schönste Erkennungszeichen einer Kirche. (cel)

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