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Schützenverein Tornesch : Ein Gesangbuch als Königinnenschild

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ihr Königinnenschild fällt auf. Im Unterschied zu vielen runden Emblemen an der Wand des Schützensaals ist es rechteckig und mit grünen Ornamenten verziert.

Das Schild von Barbara Schöttler stellt ein aufgeschlagenes Liederbuch dar. Darauf zu sehen sind ein großer Violinschlüssel und Noten des Liedes „Lobe den Herren“. „Ich habe über 40 Jahre Chormusik auf dem Puckel“, sagte die 66-Jährige. Dieses Herzensanliegen wolle sie mit dem Schild zeigen. Burkhard Nitschmann, der die Tafeln vieler Vorgänger angefertigt hatte, hatte es nach ihren Wünschen geschnitzt.

1955 war Barbara Schöttler zur Tornescher Kirchengemeinde gestoßen und hat seither gesungen, erst im Kinderchor, dann in der Kantorei. Als die vor sieben Jahren ein- gestellt wurde, wechselte sie zur Heidgrabener Liedertafel. „Ich bin mit der Kirche nicht mehr so involviert, aber der christliche Glaube ist schon da“, sagte sie. Das Singen habe sie zwar während des Jahres als Schützenkönigin vernachlässigen müssen, aber nach dem Schützenball am 18. Oktober, wolle sie es nachholen. Wer an dem Abend als neuer Schützenkönig ausgerufen wird, steht schon fest. Die Mitglieder ermittelten den Kandidaten am Sonntag. Den Namen werden sie aber erst beim Ball bekanntgeben.

Rund 180 Schützen aus acht Vereinen saßen beim 60. Tornescher Königsfrühstück beisammen. „Langt ordentlich zu“, rief Königin Barbara I. ihnen zur Begrüßung zu. Vertreten waren die Vereine Tornesch, Uetersen, Pinneberg, Elmshorn, Halstenbek, Rellingen, Kölln-Reisiek, Quickborn und die Dramburger Schützengilde aus Henstedt-Ulzburg. Udo Schöttler, Vorsitzender der Tornescher Schützen und Prinzgemahl, begrüßte zudem Ehrengäste: Bürgermeister Roland Krügel, Lars Peters, den Leiter der Altonaer Wellpappenfabrik, die seit mehr als 20 Jahren den größten Sponsor des Vereins darstellt, Manfred Mörker (SPD), Erhard Wasmann (CDU), Gunnar Werner (FDP), den SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann, den Kreisschützenvorsitzenden Bernd Röding und Steuerberater Jan Wilkens.

Am 5. Oktober 1954 gründete sich der Schützenverein. In diesem Jahr feiert er 60-jähriges Bestehen. Krügel blickte zurück. Fast die Hälfte der Zeit habe er miterlebt. Als er dazustieß, erstreckten sich die Schützenfeste über vier Tage, wurden aber mit nachlassendem Interesse der Bevölkerung gekürzt. Trotzdem ist er zuversichtlich: „Ich bin sicher, dass der Verein noch in zehn, 20, 30 Jahren besteht, wenn er es schafft, sich anzupassen.“ Am Nachmittag besuchten die Schützen das Altersheim Cecilienburg und legten auf dem Friedhof einen Kranz am Ehrenmal nieder.

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erstellt am 29.Sep.2014 | 21:47 Uhr

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