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Uetersener Nachrichten

22. August 2017 | 10:05 Uhr

Ein gelungenes Zeitzeugnis

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Nachkriegsgeschichte Frauen-Geschichtswerkstätten Tornesch und Uetersen beschreiben die Zeit von 1945 bis 1960

Den Frauen der Geschichtswerkstätten Tornesch und Uetersen ist mit ihren 57 Fotogeschichten aus der Nachkriegszeit ein Zeitzeugnis gelungen, das Erinnerungen weckt, Zusammenhänge darstellt und Einblick gibt in das Leben der Tornescher und Uetersener in den Jahren von 1945 bis 1960. Der Fotovortrag mit Buchvorstellung in der Tornescher Begegnungsstätte Pomm 91 widmete sich den Geschichten und Fotoaufnahmen, die Tornesch betreffen.

Die Resonanz auf die Buchvorstellung war enorm. Besucher aller Generationen verfolgten mit großem Interesse den Bildvortrag, den die Historikerin und Leiterin der Tornescher Frauen-Geschichtswerkstatt, Annette Schlapkohl, hielt. Sie zeigte Privatfotos, die in dem Bildband mit je einer stimmungsvollen Geschichte veröffentlicht sind und Aufnahmen, die von der damaligen Gemeinde zum Dokumentieren der Entwicklung vor Ort in den 1950er und 1960er Jahren gemacht wurden.


Vom Kindergrün bis zum ersten Schultag


Einige Frauen aus der Geschichtswerkstatt trugen ihre im Buch veröffentlichten Beiträge vor. Auch Anwesende, die zu den Fotos und Geschichten Erinnerungen hatten, erzählten sie. Und so entwickelte sich die Veranstaltung zu einer lebendigen Geschichtsstunde. Den Älteren, die sich, Freunde oder Angehörige auf den Fotos erkannten und in den Texten wie „Kindergrün in Esingen“, „Mein erster Schultag“ und „Sonntags in der Nachkriegszeit“ eigene Erlebnisse wiederfanden, wurde warm ums Herz. Und die Jüngeren erweiterten ihr Wissen über das Leben in Tornesch in der entbehrungsreichen Nachkriegszeit und des beginnenden Wirtschaftswunders.

So erzählte die 94-jährige Ursel Dörr, wie sie innerhalb einer Woche in einem Kübelwagen den Führerschein ablegte und beschrieb Marlies Müller die geselligen Strickstunden mit ihrer Mutter und Urgroßmutter. Dörr und Müller, die auch auf dem Foto des Einladungsflyers zu den Buchpräsentationen in Tornesch und Uetersen als neunjähriges Mädchen zu sehen ist, gehören neben Jutta Mayerhofer, Helma Thielemann, Rena von Wieding, Ellen Fröhlich, Margit Brüggmann, Ute Jecker, Uschi Adam, Ursula Maschke und Gertrud Hoff der Tornescher Geschichtswerkstatt an. Unter Leitung von Schlapkohl haben sie seit 2014 Fotos und Erinnerungen über die Nachkriegszeit in Tornesch zusammengetragen und im individuellem Stil Geschichten dazu verfasst, die nun in dem im Husum-Verlag erschienenen Buch „Nachkriegszeit 1945 bis 1960 – Ein Rückblick mit Fotogeschichten aus Tornesch und Uetersen“ veröffentlicht sind.

Die Frauen-Geschichtswerkstatt Tornesch als Kursus der Volkshochschule und die Frauen- Geschichtswerkstatt Uetersen sind Initiativen der Gleichstellungsbeauftragten beider Städte. Die Tornescher VHS-Leiterin und Gleichstellungsbeauftragte Inga Pleines eröffnete die Veranstaltung und erinnerte daran, dass ihre Vorgängerin, Birgit Gosau, 2003 die Tornescher Frauen-Geschichtswerkstatt ins Leben gerufen hat. Seitdem haben sich in wechselnder Besetzung Tornescherinnen unter Leitung von Schlapkohl unterschiedlichen Themen gewidmet und in mehreren Ausstellungen und Veröffentlichungen zum Bewahren von Erinnerungen und zum Verstehen von Geschichte vor Ort beigetragen.

In Uetersen besteht seit 2007 eine Frauen-Geschichtswerkstatt. Während einer Veranstaltung am Mittwoch, 21. Juni, um 19 Uhr im Ratssaal Uetersen werden vorwiegend die Fotos mit den dazugehörenden textlichen Erinnerungen vorgestellt, die Uetersener Frauen in ihrer Geschichtswerkstatt zusammengetragen haben.

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Der Bildband mit den Fotogeschichten aus Tornesch und Uetersen ist im Buchhandel zum Preis von 14,95 Euro erhältlich.

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erstellt am 17.Jun.2017 | 14:57 Uhr

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