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Überraschung : Ein gelungenes Weihnachtsgeschenk

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Dies ist die Geschichte von einem historischen Jaguar XJ6 und von Christiane Kregel-Kähler und ihrem Mann Dieter Voß, von dem Zusammenhalt der achtköpfigen Familie und ihrem Wunsch das Unmögliche möglich zu machen. Das erste was Christiane Kregel-Kähler erinnert, ist ein Jaguar, der auf den Vorplatz ihrer Oldtimer-Reparaturwerkstatt Vosswerk in Moorrege gefahren wurde.

Er hatte einen schlecht reparierten, leichten Unfallschaden. Der Wagen war 37 Jahre alt, hatte in den vergangenen 17 Jahre in einer privaten Tiefgarage in Blankenese gestanden, war 4330 Kilometer gefahren worden und sollte nun verkauft werden.

Dann kam ein Anruf. Der Besitzer war völlig fassungslos. Der Jaguar könne keinen Unfall gehabt haben. Er habe die ganze Zeit in der Garage gestanden und sei nur ab und zu an sonnigen Tagen von dem inzwischen verstorbenen Vater bewegt worden.

Dieter Voß zeigte seiner Frau den Unfallschaden: schlechte Lackierung, Spaltmaße, die nicht zusammenpassten, und eine schiefe Kofferraumklappe – kein Zweifel, der Wagen hatte einen Unfall. In Blankenese saß Familie O. Sie war überzeugt, dass die Firma Vosswerk sie betrügen wollte. Von einem Unfall wusste niemand etwas. Am nächsten Tag rief die Tochter der Familie an. Sie sagte, dass ihre Mutter den Wagen doch nicht verkaufen wolle und dass er in den nächsten Tagen abgeholt werden würde.

Christiane Kregel-Kähler und die Tochter führten ein langes Telefonat. Dabei kamen sie sich näher. Nach intensiver Suche wurden Unterlagen gefunden, aus denen eine große Reparatur im Jahre 1978, also ein Jahr nach Erstzulassung des Jaguars, hervorgingen: Das musste der Unfall sein.

Inzwischen hatte sich Oldtimernarr Dieter Voß in den charmanten Wagen verliebt. Seiner Frau bliebt dies nicht verborgen. Ohne das Wissen ihres Mannes, nahm sie erneut Kontakt zu den Besitzern auf. Sie und Familie O. wurden sich handelseinig.

Nun wurde es spannend: Dieter Voß durfte natürlich nichts von dem Kauf erfahren und doch sollte der Wagen bis zum 24. Dezember fahrbereit sein. Alle spielten wunderbar mit. Familie O. rief Dieter Voß an, teilte ihm mit, der Wagen sei jetzt verkauft, der neue Besitzer wolle ihn gern kurz vor Weihnachten abholen. Die TÜV-Prüfung wurde heimlich abgenommen, die Bescheinigung über eine Zulassung als historisches Fahrzeug ausgestellt. Genauso heimlich arbeiteten der Versicherungsmakler und Christiane Kregel-Kähler und ihre sechs Kinder. Als Dieter Voß am Vormittag des Heiligen Abends kurz wegfuhr, brachten die Moorreger den Jaguar zu Nachbarn. Dann rief sie ihren Mann an und teilte ihm mit: „Das gute Stück ist gerade abgeholt worden.“ Er war enttäuscht, denn er wäre bei der Übergabe gern dabei gewesen.

„Wir feierten Weihnachten bei meiner Mutter. Unter einem Vorwand blieben meine Tochter Hanna und ich noch zu Hause und mein Mann fuhr mit den anderen Kindern vor“, erzählte die Moorregerin. Sie folgten den anderen dann im Jaguar. Nach der Bescherung lockte die Familie Dieter Voß in den Garten der Schwiegermutter, wo der von ihm selbst restaurierte Jaguar stand. „Die Augen meines Mannes und seine Fassungslosigkeit, als er seinen Jaguar sah, werde ich nie vergessen“, erinnerte sich Christiane Kregel-Kähler. Niemals zuvor in seinem Leben hat sich Dieter Voß so gefreut und war so berührt wie in diesem Moment. Für Christiane Kregel-Kähler und die Kinder war es das schönste und wundervollste Geschenk zu Weihnachten, seine Freude zu sehen. Heute gehört der Wagen fest zur Familie. Den Tachostand von 4330 Kilometern gibt es schon lange nicht mehr, dafür aber viele Geschichten über tolle Touren und gemeinsame Erlebnisse.

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erstellt am 23.Dez.2015 | 19:12 Uhr

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