Klavierkonzert am Kloster : Ein ganz stiller Vertreter seines Fachs

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Ein rund zweistündiger Konzertgenuss auf höchstem Niveau wurde den rund 70 Besuchern zuteil, die am Sonntag der Einladung der Klosterfreunde in die Priörinnenscheune gefolgt waren. Professor Trefor Smith interpretierte auf dem historischen Blüthner-Flügel unter anderem die Sonaten a-moll von Franz Schubert und die „Waldstein-Sonate von Ludwig van Beethoven, die dieser 1804 veröffentlichen ließ. Graf von Waldstein war ein Förderer des Komponisten. Insofern widmete Beethoven ihm dieses sehr anspruchsvolle Werk.

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02. Juni 2014, 19:04 Uhr

Bei dieser Klaviersonate, die zweifelsohne im Mittelpunkt des Konzerts stand, handelt es sich um eine zweisätzige Komposition, die Beethoven in strenger Sonatensatzform und kristallklar in Ton und Struktur komponiert hat. Trefor Smith, Hochschullehrer in Hamburg und gebürtiger Schotte, gelang es, dieses Werk meisterlich wiederzugeben. Mehr als alle anderen Beethoven-Sonaten trägt die Waldstein-Sonate Züge eines orchestralen Werks, was durch eine große Klangfülle zum Ausdruck gebracht wurde, bei der der Flügel der Priörinnenscheune gefordert aber nie überfordert wurde.

In der Pause gab es Schmalzbrote. Verkauft wurden sie zugunsten der Renovierung der Klosterscheune. Mit diesen Arbeiten wurde inzwischen begonnen. Hubertus Graf von Luckner, der Klosterprobst und, im Namen der Klosterfreunde auch Gastgeber, erläuterte dem Publikum die Ziele dieser Arbeiten, die den Zweck verfolgen, die Scheune noch umfänglicher nutzen zu können als bislang möglich.

Trefor Smith, der zum zweiten Mal in Uetersen begrüßt werden konnte, gehört zu den stilleren Pianisten seiner Klasse. Solche Virtuosen stellen ihr musikalisches Vermögen und ihr technisches Können kompromißlos in den Dienst des Ausdrucks und verzichten auf Gestik und Showeffekte. Eitelkeiten liegen dem Professor denn auch fern. Vielmehr ist es die Sensibilität, die ihn und sein Spiel auszeichnet.

Der zurückhaltende Hanseat dürfte jederzeit erneut willkommen sein im Kloster. Ob er abermals ein „Wiederholungstäter“ werden könne, ließ Smith offen.

Das Klavierkonzert endete mit dem „Rauswerfer“ von Chopin, der Polonaise in As-Dur sowie mit einer Mazurka dieses großen Komponisten.

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