775 Jahre : Ein Denkmal für das Dorf

4133622_800x800_53d28d126ec25.jpg
1 von 2

2012 war es, da machte der Vorsitzende des Hetlinger Kulturvereins auf das bevorstehende Dorfjubiläum aufmerksam. Und Jonn-Heinz Bernhardt hatte eine Idee: „Eigentlich müsste es wieder ein Buch zum Jubiläum geben.“ Rechtzeitig zum großen Dorffest ist sie fertig geworden, seine „Hetlinger Chronik von 2014“, herausgegeben vom Kulturverein im Schleswig-Holsteinischen Heimatbund.

Avatar_shz von
25. Juli 2014, 18:56 Uhr

Die größte Freude an der Arbeit hatte der Freizeit-Historiker während des Recherchierens. Woher bekomme ich Informationen? Was muss rein? Wen kann man noch fragen? Immer neue Erkenntnisse wurden gewonnen. Langsam bekam die Chronik Struktur.

Bernhardt verfügt über einen beachtlichen Informationsschatz. Er konnte ferner unter anderem das Dorf- und Amtsarchiv sichten sowie nach Schleswig ins Landesarchiv reisen. Bernhardt hatte viele Helfer und Unterstützer. Doch zwei hebt er besonders hervor. Die Dorfchronisten Werner Eydeler und Jonny Wrage haben kräftig Material und Wissen beigesteuert.

Genau genommen sind es zwei Jubiläen, die begangen werden können. Denn neben der ersten urkundlichen Erwähnung von Hetlingen 1239 hat auch das Dorf Eckhorst einen geschichtsträchtigen Geburtstag. Als „Ichhorst“ wurde es 1164, also vor 850 Jahren erstmals genannt.

Eine räumliche Nähe zur heutigen Straße gleichen Namens gibt es übrigens nicht. Eckhorst war ein Dorf mit eigener Kirche im Elbstromtal jenseits des heutigen großen Deiches. Es ging vermutlich in der Sturmflut am 7. Oktober 1756 unter.

Ein Dreiviertel Jahr hat er intensiv an dem Buch gearbeitet, unterstützt von seiner Frau Lisa. Vereine und Verbände steuerten Selbstdarstellungen bei. Rund 1000 Stunden Arbeit hat er in den 168 Seiten investiert.

Manchmal bedurfte es hartnäckigen Nachhakens, um zu einem Ergebnis zu kommen. So listet der Gedenkstein neben der Kirche die Gefallenen und vermissten des Ersten, nicht jedoch des Zweiten Weltkrieges auf. Bernhardt wollte auch sie in seiner Chronik nennen. Es gibt im Dorf eine Liste, doch erst durch den Abgleich mit Unterlagen der Deutschen Kriegsgräberfürsorge konnte die Namen komplettiert werden. Bernhard hat das Buch auf eigene Kosten drucken lassen. Wer sich für die Arbeit interessiert, ruft ihn unter 04103/86305an.

Es kostet 20 Euro.

Vorgänger

Ganz bewusst hat Jonn-Heinz Bernhardt seiner Arbeit den Untertitel „Chronik Band 2“ gegeben, denn zum 750-jährigen Bestehen des Dorfes arbeitete Maren Groth im Auftrag des Kulturvereins bereits die Dorfgeschichte auf. Er habe sich mit seinem Buch von ihrem unterscheiden wollen, erklärt der Autor. Das Geschichtsbuch aus dem Jahr 1989 ist mittlerweile vergriffen.

Es gibt zwei weitere historische Arbeiten über Hetlingen. 1937 hat der damalige Dorfschullehrer Ernst Junge eine angefertigt. Den Auftrag hatte der damalige Bürgermeister Peter Karp gegeben.

Veröffentlicht wurde sie nie. Das 30-seitige Werk ist in Sütterlin und einer schwer zu entziffernden Handschrift erstellt worden, also eine echte Herausforderung für jeden Hobby-Historiker.

161 Seiten umfasst eine Chronik, die der Pastor Jürgen Stäcker 1949 erarbeitete. Das Original befindet sich im Besitz des Amtes Haseldorf. Bernhardt durfte sie einsehen und hat die Chronik eingescannt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert