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Engagement in Uetersen : Ein Café mit Lichtblick für viele Trauernde

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ehrenamtliche bieten Hinterbliebenen eine Stütze.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 13:00 Uhr

Uetersen | Das Gefühl zu bekommen, in ihrem Schmerz verstanden zu werden – das ist eine wichtige Hilfe für trauernde Hinterbliebene. Ein unterstützendes Angebot in diesem Bereich hält das ökumenisch ausgerichtete Trauercafé Lichtblick im Martin-Luther-Haus bereit.

Monatlich einmal laden die Ehrenamtlichen Katrin Obermeyer, Ortrud Wiebrodt, Renate Dyczek, Ingeborg Möller, Wolfgang Krohn und Helmut Möller zum Trauercafé. Willkommen sind alle, die einen anderen Menschen durch den Tod verloren haben. „Es kommen Verwitwete, aber auch erwachsene Kinder, die ihre Eltern verloren haben, oder Eltern, deren Kind gestorben ist“, erzählt Ortrud Wiebrodt. Auch Menschen, die ihre Angehörigen oder Freund auf dem letzten Weg begleiten, finden hier Unterstützung.

Das Café Lichtblick öffnet an jedem zweiten Donnerstag im Monat von 16 bis 17.30 Uhr seine Pforten und startet mit einer Kaffee- und Kuchenrunde. Es folgt ein gemeinsames Gespräch zu Themen, die Trauernde bewegen. „Wie gehe ich mit Sprüchen um wie ‚Die Zeit heilt alle Wunden‘?“, gibt Wiebrodt ein Beispiel, „oder was sind die Trauerphasen?“ Trauerbegleiterin Katrin Obermeyer ergänzt: „Wie gestalte ich den Todestag des Angehörigen, hilft mir ein Friedhofsbesuch oder nicht, wie feiere ich Weihnachten?“ Wer nicht reden möchte, kann auch einfach so dabei sein. „Oft entstehen Freundschaften, die Menschen verabreden sich dann auch privat und stützen sich gegenseitig“, erzählt Obermeyer. „Es ist schön, wenn sich die Gäste untereinander Tipps geben können“, so Wiebrodt.

Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit zu Einzelgesprächen mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern, von denen einige eine Trauerbegleitungs-, Seelsorge- oder Hospizausbildung absolviert haben. Im Sinne der Ökumene stammen sie aus verschiedenen christlichen Kirchengemeinden in Uetersen, aus evangelisch-lutherischen, freikirchlichen und der katholischen. Das Café Lichtblick aber ist offen für jeden, unabhängig von Konfession, Kirchenzugehörigkeit und Nationalität.

Bei Bedarf vermittelt das Team des Trauercafés weitergehende Hilfen, es bestehen Kontakte zu Palliativmedizinern, die sich um die Linderung von Schmerzen und weiterer Beschwerden Sterbender kümmern, ambulanten Hospizdiensten, die Sterbende und deren Angehörige sozial begleiten, Krankenhausseelsorgern, Kirchengemeinden und Bestattern. Für Hinterbliebene gibt es ebenfalls verschiedene Anlaufpunkte, wie der Gruppen-Gesprächskreis „Trauergruppe“ von Pastor Christoph Stegmann in Pinneberg. Manchmal ist eine psychotherapeutische Begleitung sinnvoll, beispielsweise für manche Angehörige von Menschen, die Suizid begangen haben. Und manchmal führt der Kummer auch in die Abhängigkeit, hier helfen Suchtberatungsstellen weiter.

Auf einem Büchertisch finden die Gäste verschiedene Titel zum Thema Trauer, die kostenlos entliehen werden können. Darunter sind Erfahrungsberichte Betroffener, Ratgeber zum Umgang mit dem eigenen Leid und literarische Auseinandersetzungen damit, aber auch Spezialtitel, wie „Wenn Kinder nach dem Sterben fragen“.

Während des nächsten Café Lichtblicks im Martin-Luther-Haus, am 9. November, kommt Märchenerzählerin Barbara Meyer zu Besuch. Vorgetragen werden aufbauende, tröstende Märchen, „die mit dem Ende des Lebens zu tun haben und sich mythologisch damit auseinandersetzen, was danach kommt“, verrät Meyer. Auch an diesem Tag ist die Teilnahme am Trauercafé kostenlos.

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