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Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 17:27 Uhr

Musikalischer Auftakt : Ein Bild von Alexandra

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie war eine Sängerin, die am liebsten den Inhalt ihrer Lieder selbst gestaltete und das zu einer Zeit, in der der deutsche Schlagereinheitsbrei einfach nur als dümmlich zu bezeichnen war: Alexandra, die 1969 mit 27 Jahren bei einem Verkehrsunfall in der Nähe von Tellingstedt (Kreis Dithmarschen) starb.

shz.de von
erstellt am 26.Dez.2013 | 20:01 Uhr

Jetzt hat sich dem prallvollen, aber kurzem Leben und Andenken an Alexandra Anna Haentjens angenommen.

In einer umjubelten Premiere im atmosphärisch so dichten Haus 13 in der Adolfstraße zeigte Anna Haentjens zusammen mit dem einfühlsamen Pianisten Sven Selle auf, was sie selbst und viele Menschen an der Sängerin Alexandra so fasziniert. Denn bis heute – über 40 Jahre nach ihrem Tod – sind ihre Lieder noch Ohrwürmer, Schmachtfetzen wie „Zigeunerjunge“ und „Sehnsucht“, die Alexandra von ihrer Produktionsfirma per Vertrag aufgedrückt bekam. Aber auch das selbst getextete „Mein Freund, der Baum“, ein Chanson, das erst viel später die ihm gebührende Anerkennung fand, kennen heute noch viele, Alexandra war hier und auch mit anderen poetischen Liedern ihrer Zeit weit voraus. Viel Verständnis für die junge Chansonsängerin zeigte Anna Haentjens in ihrem Vortrag, Suche nach eigener Identität und sich selbst vom Kommerz nicht verbiegen lassen wollen, sind für die Haentjens keine Fremdworte. Nur Anna Haentjens ist das auf geradem, aber sehr steinigem Weg gelungen, Alexandra hat sich in ihren unterschiedlichen Beziehungen oft, wenn auch laut protestierend, dem Druck der rentierlichen Vermarktung gebeugt. Vielleicht wäre ihr der Ausbruch ja noch gelungen, wenn ihr Leben nicht so früh auf einer unübersichtlichen Kreuzung in Dithmarschen geendet hätte.

Anna Haentjens verlieh den Liedern Alexandras mit ihrer angenehm herben Stimme den nötigen Abstand vom Schmalz, den „Zigeunerjunge“ überließ sie geschickt ganz dem feinen Klavierspiel von Sven Selle, der Text ist nichts für Anna, die sich klugerweise weigert, solchen Mist zu singen. Ganz anders natürlich bei „Guns and Drums“ dem alten irischen Antikriegslied, das in der Rohfassung noch bei der Plattenfirma von Alexandra vorlag und dessen inhaltliche Bedeutung für Alexandra Anna Haentjens jetzt eindrucksvoll hervorhob.

Das Duo Haentjens und Selle schildert alle Highlights und Brüche der unvergessenen Alexandra – bei Gelegenheit unbedingt anhören.

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