Ernst Barlach Haus : Ein Ausnahmetalent

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Die aktuelle Ausstellung mit der Überschrift: „Ins unermesslichste Vielleicht!“ Wilhelm Morgner, Malerei 1910 – 1913, wird das große Interesse des Publikums finden, da der Künstler als Ausnahmetalent gilt. Wilhelm Morgner (1891-1917) beteiligte sich, kaum 20-jährig, als „rastloser Autodidakt“ an bahnbrechenden Ausstellungen der „Neuen Secession“ in Berlin, dem „Blauen Reiter“ in München und dem „Sonderbund“ in Köln. Er gilt heute als Hauptfigur des „Westfälischen Expressionismus.“

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23. Oktober 2014, 17:42 Uhr

Morgners beachtliche Entwicklung wurde durch den ersten Weltkrieg jäh beendet. Doch sein malerisches Werk spannt sich in außergewöhnlichen motivischen und stilistischen Bögen zwischen Figuration und Abstraktion, Tradition und Avantgarde, Vincent van Gogh und Keith Haring.

Wilhelm Morgners stilisierende Malerei ist die eines Jugendlichen – meist großformatig, farbintensiv und kraftvoll. Morgner arbeitete vorwiegend in seiner westfälischen Heimat Soest und pflegte punktuell Kontakte zur Kunstszene in Berlin und München.

Erstaunlich ist, dass Morgner Anregungen von Rembrandt, van Gogh, Hodler und den französischen Neoimpressionisten bis Robert Delaubay aufsog, und in seine eigene Bildsprache transformierte. Er war durchaus auf Augenhöhe mit seinen Künstlerfreunden Franz Marc und Wassily Kandinsky. Sie luden den Künstler 1912 zur zweiten Schau des Blauen Reiters ein und Morgner wagte es, seine „ornamentalen und astralen Kompositionen um 1911/12 in Abstraktion auszustellen.

Wilhelm Morgner fiel 1917 an der Westfront in Flandern. In einem Nachruf beschrieb der Literat Theodor Däubler die Entwicklung Morgners „als einen Weg ins unermesslichste Vielleicht!“ und sein Werk als „frühlingshafte Verheißung: ein Potenzial, das zu entdecken ist.“

Geöffnet im Ernst-Barlach-Haus im Jenischpark, Baron-Voght-Straße 50a, am Di. - So. 11 - 18 Uhr. Öffentliche Führungen jeden Sonntag um 11 Uhr (kostenlos). Ein Katalog liegt vor.

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