Stammzellen-Therapie : Ein Ansporn gesund zu werden

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Dieses Geld ist mehr als ein Geschenk! Es ist die Aufforderung, die Ermunterung, einen bestimmten Weg einzuschlagen, auf ein Ziel hinzusteuern, nämlich das der Gesundung: Elly und Werner Rißler haben in der vergangenen Woche einen Umschlag mit 300 Euro an die Mutter der inzwischen 16 Jahre alten Haseldorferin Tonia übergeben. Eine Spende, gedacht als Aufmerksamkeit für einen jungen Menschen, bei dem im vergangenen Mai bereits zum zweiten Mal Krebs festgestellt wurde. Nach einem Tumor in der Lunge im Alter von acht Monaten war es nun eine schwere Form der Leukämie.

shz.de von
21. Februar 2013, 20:27 Uhr

Geht es nach dem Ehepaar Rißler, soll Tonia sich mit dem Geld angesagte Klamotten kaufen, vielleicht auch Konzertkarten oder Bücher. Einfach etwas, das ihr Freude bereitet und Spaß macht. Denn beide, Freude und Spaß, waren in den vergangenen Monaten selten Weggefährten der Schülerin. Ihr Schicksal hat die Menschen im Kreis Pinneberg und weit darüber hinaus berührt, und auch Elly und Werner Rißler haben mit der jungen Frau gelitten.

Deshalb verkauften sie während eines vorweihnachtlichen Hobbykunstmarktes in ihrem Haus in der Deichreihe Kaffee, Kuchen und Glühwein mit dem Ziel, Tonia den Erlös zur Verfügung zu stellen. Die etwa 200 Besucher ließen sich nicht lange bitten und füllten das Sparschwein, bis schließlich 300 Euro darin schlummerten.

Dass Tonias Mutter Birgit das Geld jetzt bei einem Treffen persönlich in Empfang nehmen konnte, ist ein gutes Zeichen: Die Schülerin kann schon eine Weile allein zu Hause bleiben. Nach einer schweren und belastenden Zeit ist sie jetzt auf dem Wege der Besserung, kämpft sich verbissen in ihr „altes“ Leben zurück. Nach der Stammzellen-Übertragung im August sind nun keine Krebszellen mehr nachzuweisen. Das macht Hoffnung.

Allerdings ist die Phase nach so einem schweren Eingriff immer eine höchst kritische. Das war bei Tonia nicht anders. Monate lang bangte die Familie mit ihr, ihre Mutter wich ihr nicht von der Seite. Unterdessen halfen Freunde und Nachbarn, das Alltagsleben aufrecht zu halten. In dieser Situation zeigte sich, wie tragfähig das Netzwerk um die Familie ist. „Was uns hier widerfährt, kann ich nie wieder gut machen“, sagte Tonias Mutter. Ob Hilfe im Haushalt, Fahrdienste für Tonias Zwillingsschwester oder Unterstützung bei der Organisation der Typisierungsaktion, immer waren diejenigen zur Stelle, die sich der Familie verbunden fühlen.

Seit drei Wochen ist Tonia nun wieder zu Hause und genießt vor allem, einfach so etwas wie Alltag zu haben. Noch braucht sie viel Betreuung, muss an Gewicht zulegen, Kraft bekommen. Aber es geht langsam aufwärts, und die Familie hat gelernt, Geduld zu haben. „Wir nehmen jeden Tag einfach so wie er ist“, sagte ihre Mutter. Und mit dem Geldausgeben ist es ja auch nicht so eilig.

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