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Gedenktafel : Ehre für den Vater der Heimatforscher

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Augen hinter der kleinen runden Brille mit Goldrand konnten entrückt blicken, der strubbelige Bart an Kinn und Wangen verlieh ihm etwas Großväterliches! So, wie Professor Dr. Sönnich Detlef Friedrich Detlefsen vor allem im fortgeschrittenen Alter aussah, war er offenbar auch: gutmütig. Außerdem äußerst heimatverbunden, kreativ und ein gelehrter Kopf! Vor allem Glückstadt verdankt dem Gymnasialdirektor und Heimatforscher viel.

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2013 | 20:17 Uhr

Er barg die heimatgeschichtlich bedeutenden Schätze, die bis dato ungenutzt in den regionalen Archiven von Gemeinden, Pastoraten und Klöstern schlummerten, schrieb Stadtführer, brachte Prospekte für Glückstadt-Touristen heraus, unterstützte die heimische Wirtschaft, war politisch engagiert und arbeitete so ganz nebenbei auch noch die Geschichte der Elbmarschen auf. Dabei ist hier keineswegs die Rede von einem Zeitgenossen, denn Detlef Detlefsen wäre in diesem Jahr 180 geworden. Aber sein Wirken hat Bestand, und noch heute wissen zumindest Glückstädter Schulkinder, wer der Namensgeber für ihr Detlefsen-Gymnasium, das Detlefsen-Museum oder die Detlefsen-Gesellschaft ist.

Sie werden nicht allein bleiben, sondern bekommen demnächst vermutlich Verstärkung durch Neuendeicher Altersgenossen: Pünktlich zu seinem runden Geburtstag haben sich deren Kommunalpolitiker nämlich entschieden, den Philologen ihrerseits mit einer Gedenktafel zu ehren.

Detlefsen wurde nicht nur in Neuendeich geboren (1833, gestorben 1911 in Glückstadt) und hat hier einen Teil seiner Kindheit verbracht. Er schrieb in der Gemeinde außerdem einige Kapitel der zweibändigen „Geschichte der holsteinischen Elbmarschen“.

Die Abschnitte über seine Heimatgemeinde entstanden in der Gastwirtschaft Timm direkt am Brückenberg, heute das Haus Oberrecht 75, in dem jetzt – wie passend – die Heimatforscherin Luise Ladewig lebt. Von dort aus sind es nur wenige Schritte bis zu Detlefsens Elternhaus: Das Gebäude mit der Adresse Kuhlworth 13 beherbergte im 19. Jahrhundert die Dorfschule, wo sein Vater unterrichtete und der Sohn die ersten Lebensjahre verbrachte.

Die Gedenktafel aus Kunststoff, gut lesbar, wetterbeständig, stabil und schlicht, wird ihren Platz auf dem Brückenberg bekommen. In Sichtweite der einstigen Gaststätte steht eine Schutzhütte für Wanderer mit einem schönen Blick über die Pinnau. An einer ihrer Holzwände wird das Schild angebracht, entschieden die Politiker. Ein Zeitpunkt steht noch nicht fest.

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