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Dido und Aeneas : E-Singer werden zum Opern-Chor

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Seit fast einem Jahr bereiten sich die Sängerinnen und Sänger der Esinger Liedertafel (E-Singer) auf einen ganz besonderen Auftritt vor: Sie haben sich unter Leitung von Katja Krüger und in Zusammenarbeit mit jungen Instrumentalisten der Kreismusikschule Bad Segeberg sowie Gesangssolisten die Oper Dido und Aeneas erarbeitet. Und langsam steigt die Anspannung, denn in vier Wochen ist Premiere. Am Sonnabend, dem 6. September, werden die E-Singer mit den Musikern und Solisten um 20 Uhr im Theater Bad Bramstedt auf der Bühne stehen.

Weitere Aufführungstermine sind am Sonntag, dem 7. September, um 20 Uhr in der Jugend-Akademie Bad Segeberg, am Sonnabend, dem 27. September, um 19 Uhr in der Aula der Klaus-Groth-Schule Tornesch und am Sonntag, dem 28. September, um 18 Uhr in der Bürgerhalle Kaltenkirchen.

Alle zwei Jahre bereiten die E-Singer unter Leitung von Katja Krüger neben den traditionellen Auftritten zu verschiedenen Veranstaltungen in Tornesch einen Konzertauftritt vor. Im September vergangenen Jahres überraschte die engagierte Chorleiterin die E-Singer mit dem Vorschlag für ein generationsübergreifendes Großprojekt. Denn Katja Krüger unterrichtet an der Kreismusikschule Bad Segeberg und brachte von dort die Idee für das Einstudieren der Henry Purcell-Oper Dido und Aeneas mit. Katja Krüger dachte bei der Besetzung für den Chor sofort an ihre E-Singer.

„Wir überlegten kurz, waren dann von der Idee des Zusammenwirkens mit jungen Musikern und externen Solisten angetan und ließen uns überzeugen“, erzählt Marita Dolling-Nottelmann, seit 2002 Sängerin im Alt und seit 2008 Erste Vorsitzende der E-Singer. 32 Aktive aus dem Chor, der als Esinger Liedertafel von 1876 der älteste Verein in Tornesch ist, wirken an der etwa einstündigen Oper, deren Handlung in Karthago nach dem Ende des Trojanischen Krieges spielt, mit. Die externen Solisten, darunter auch Katja Krüger und deren Tochter Hjördis Krüger, die mit den E-Singern bereits mehrfach zusammengearbeitet hat, singen in englischer Sprache. Der Chor allerdings singt in deutscher Sprache. „Wir finden, dass diese Mischung sehr interessant ist“, so Wolfgang Griesing, Zweiter Vorsitzender der E-Singer. Er gehört dem Chor seit 30 Jahren an und singt im Tenor.

Auch wenn der Chor in deutscher Sprache singt, so gehörte zum Einstudieren der Texte viel Konzentration und Kenntnis des Operninhalts, denn die Sprache ist keine moderne Sprache. Neben den wöchentlichen Proben, zwei Chorwochenenden und gemeinsamen Übungstagen mit den Solisten und dem 60 Mitglieder umfassenden Orchester bereiteten sich die E-Singer auch individuell durch das Hören von CD’s mit den jeweiligen zu singenden Liedstücken vor. Auch die Atemtechnik wurde verstärkt geübt. Regie führt Katja Krüger. Eine Stellprobe mit Chor, Orchester und Solisten für den Auftritt in der Aula der Klaus-Groth-Schule hat es bereits gegeben. Das Orchester in der Besetzung mit Blockflöten, Querflöten, Oboen, Harfen, Gitarren, Cembalo und Fagott wird vor der Bühne platziert.

Die Handlung in drei Akten in Didos Palast, in einer Höhle sowie an den Schiffen und im Palast wird in stilgerechter Kleidung gesungen und von den Solisten zum Teil auch gesprochen. Die Umhänge und vormittelalterlichen Gewänder stammen zum Teil aus dem Fundus der Kreismusikschule Bad Segeberg, wurden aber zum Teil auch extra genäht. Und zwar von Chormitglied Walter Reimers. Es singt im Bass und ist nun auch „Gewandmeister“ der E-Singer. „Die Oper ist in der jüngsten Vergangenheit unser größtes Projekt“, laden die Erste Vorsitzende der E-Singer und ihr Stellvertreter zum Besuch einer der Aufführungen ein. Die E-Singer knüpfen mit diesem Projekt an Auftritte des damals noch Männerchores in der Nachkriegszeit an. Denn die Esinger Liedertafel gestaltete damals Gesangs- und Theateraufführungen auf dem Saal des Gasthofes Mohnke.

Dido und Aeneas

Oper in drei Akten von Henry Purcell. Die erste Aufführung fand 1688 in London statt. Das Libretto wurde von Nahum Tate nach dem Epos Aeneis von Vergil verfasst. Die Oper, in der es fast keine eigenständigen Arien gibt und dem Chor eine tragende Rolle zukommt, gehört zu den wichtigsten musikdramatischen Werken des Barock.

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erstellt am 03.Aug.2014 | 21:20 Uhr

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