Bürgerinitiative : E.on gibt Kraftwerkspläne auf!

3557167_800x256_5058be6af1dd3.jpg

Offiziell ist es noch nicht, doch die entscheidende Information halten die Sprecher der „Bürgerinitiative gegen massive umweltbelastende Industriekonzentration in Stade“ bereits in Händen. E.on wird seine Pläne aufgeben, in Bützfleth ein Kohlekraftwerk zu bauen. „Ich rufe laut ,Hurra’“, so Niels-Peter Rühl

Avatar_shz von
18. September 2012, 20:31 Uhr

Die BI hat eine Einladung des „Institut für Organisationskommunikation“ (IFOK) für den 25. September erhalten. Die Bensheimer PR-Agentur organisiert für die E.on das Kraftwerksforum Stadersand. Dort wird über Aspekte des Projekts diskutiert. Die Marsch-Bürgerinitiative war die einzige, die sich an diesem Diskussionsprozess beteiligte. Vorab werden die Mitglieder des Forums „über die Entscheidung von E.on“ informiert, von den „bisherigen Planungen zum Bau eines Steinkohlekraftwerkes am Standort Stade Abstand nehmen.“ Begründet wird der Sinneswandel mit den „fehlenden politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen“ für die fossile Energieerzeugung sowie die in Norddeutschland entstehenden regenerativen Erzeugungsanlagen“, sprich Windräder. Überraschend kommt diese Ankündigung für die Marschmer allerdings nicht. „Anzeichen und Gerüchte“, so Siegfried Zell von der Initiative, habe es schon vorher gegeben. Im Frühjahr war der Projektleiter vom Energieversorgungsunternehmen aus Stade abgezogen worden. Und ein E.on-Pressesprecher hatte vor Kurzem dem Handelsblatt erklärt, dass außer in Datteln und Rotterdam keine Kohlekraftwerke gebaut werden – was kurz danach allerdings ein anderer Pressesprecher versuchte zu relativieren. Mit einigen Fragen werden die BI-Sprecher in der kommenden Woche nach Stade fahren. „Wir wollen wissen, ob es ein grundsätzlicher oder nur ein temporärer Abschied von dem Projekt ist“, erklärt Zell, „oder ob unter geänderten politischen Bedingungen es wieder aufleben könnte.“

Die BI hatte sich gebildet, weil der weitaus größte Teil der von den Kraftwerken ausgehenden Emissionen aufgrund des Westwindes über der Haseldorfer Marsch niedergeht. Finanziell war die Arbeit von den Kommunen auf der schleswig-holsteinischen Seite der Elbe unterstützt worden. „Der Einsatz hat sich gelohnt“, zieht Rühl eine Zwischenbilanz. Vier Kraftwerke waren einst geplant, zwei konnten verhindert werden. Viele hätten sich gegen den Bau des E.on-Kraftwerkes engagiert, so Rühl. Die Marsch-BI hätte einen Anteil am Erfolg.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert