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Schleswig-Holstein Musik Festival : Dschingis Khan in der Marsch

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mongolische Musik im Haseldorfer Rinderstall –das Schleswig-Holstein Musik Festival macht's möglich und so viel Exotik lockte nicht nur das Volk, sondern sogar den Hochadel in das romantische Marschdorf, in dem herzliche Gastlichkeit ganz oben an- steht. Der Zauber von Haseldorf wurde allerdings nicht durch fremde Töne durchbrochen, sondern durch die sechsköpfige Gruppe „Egschiglen“ – was nichts anderes als „Wohlklang“ bedeutet – die das einmalige Flair zauberhaft bereicherte.

Denn die Künstlerinnen und Künstler aus dem weitgehend unbekannten Land bringen Instrumente, Gesang und Tanz mit, die mitten aus ihrem Leben dort geliehen sind, eng im Einklang mit der Natur und von Generation zu Generation weitergegeben, niemals aufgeschrieben und von Kindesbeinen an gelernt.

Natürlich sind es auch in der Mongolei nur die ganz großen Talente, die den wundersamen Obertongesang mit der Kehlkopfstimme, die Mongolen nennen es „Khoomeii“, bis zur Perfektion beherrschen, die Pferdekopfgeige mit den zwei Saiten aus den Schweifhaaren meisterlich streichen können, die mongolische Zither oder das Hackbrett spielen. Egschiglen, die aus der Mongolei kamen und in Bayern leben, kombinieren die traditionellen Gesänge, musikalischen Geschichten aus der Geschichte ihres Volkes, Wiegenlieder, Tänze und Hymnen so geringfügig mit westlichen Einflüssen, dass nichts von dem ursprünglichen Charme verloren geht, das Publikum hörte den Wind über die Steppe wehen, die Gebirgsbäche im Altai, das Gezwitscher der Vögel, eine Pferdeherde herangaloppieren, sah das Kind in der Jurte beim Wiegenlied einschlummern.

Und es bewunderte die Grazie der in prächtige Seidenkleider gewandeten Tänzerin. Diese melancholischen, fröhlichen und glorifizierenden musikalischen Darbietungen versetzten das völlig hingerissene Publikum in eine ferne Welt, brachten die Fremde nahe, gesungen, gespielt, getanzt mit enormen Können.

Allein die Stimme des Khomeii-Sängers, der die Töne ohne Atem zu holen, scheinbar Minuten lang halten konnte, den Vogelgesang mit Stimmbändern, Zunge und Rachenraum und viel Druck gestaltete, den Wind formte und das Rauschen der Steppengräser imitierte, war eine Sensation, dazu das überraschende Volumen der Pferdekopfgeige – Egschiglen wurde der Bedeutung seines Namens, Wohlklang, mehr als gerecht.

Gastgeber Udo Prinz von Schoenaich-Carolath würdigte das anschließend an das Konzert in einer kleinen Rede, in der er ausführlich die komplexe Geschichte des mongolischen Volkes streifte.

Er überraschte seine Künstler-Gäste mit jeweils einer Flasche Wodka, die den Namen ihres größten Herrschers Dschingis Khan trug und der süßen Plakette des Schleswig-Holstein Musik Festivals aus Lübecker Marzipan.

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erstellt am 03.Aug.2012 | 19:15 Uhr

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