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Uetersener Nachrichten

12. Dezember 2017 | 00:31 Uhr

Schulung : Drücken, bis der Arzt kommt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Regungslos liegt der Körper auf dem Boden. Birgit Koch spricht die Person an, zwickt ihr dann in die Wange – keine Reaktion. Jetzt zögert die Mitarbeiterin am Regio-Klinikum Elmshorn nicht lange. Sie öffnet die Jacke der Person vor sich, sucht auf dem Brustkorb den richtigen Punkt und beginnt mit gestreckten Armen kräftig darauf zu drücken.

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2013 | 17:32 Uhr

Ihre Kollegin Angelika Stoislow hält mittlerweile einen Beatmungsbeutel auf das Gesicht der Person. Nach 30 Stößen auf den Brustkorb, drückt sie zweimal auf den Beutel. Dann beginnt der Zyklus von Neuem – bis im wahrsten Sinne des Wortes der Arzt kommt.

In diesem Fall übernimmt Amélie Schlick. Sie ist eine von insgesamt 19 Regio-Mitarbeitern, die zusätzlich zu ihren eigentlichen Aufgaben ihre Kollegen die Grundlagen der Herz-Lungen-Wiederbelebung vermitteln. Insgesamt 450 Frauen und Männer vom Kaufmännischen Direktor bis zu den Mitgliedern der Grünen Damen haben das Basic Life Support-Training (BLS) seit Beginn der Maßnahme im März durchlaufen.

In jeder der drei Kliniken gibt es zwar speziell geschulte Reanimationsteams. Wenn Sie gerufen werden, eilen sie mit Notfall-Koffer, EKG und Beatmungsgerät zum Einsatzort. „Die Teams sind aber auch im Krankenhaus nicht sofort zur Stelle. Bei einem Herzstillstand geht es aber um Sekunden. Deswegen ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter wissen, was im Notfall zu tun ist“, erklärt Anästhesie-Oberarzt und BLS-Trainer Joachim Gluth. Aus diesem Grund hatten sich die Regio-Kliniken entschlossen, mit dem BLS-Training einen speziellen Lehrgang anzubieten. Dazu wurden 19 Mitarbeiter von Lehrern der Rettungsdienst-Kooperation RKiSH zu so genannten BLS-Trainern weitergebildet. In 90-minütigen Lehrgängen werden jeweils rund zehn Regio-Mitarbeiter in die Herz-Lungen-Wiederbelebung eingewiesen.

Begonnen haben die Lehrgänge im März. Seitdem sind 450 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter geschult worden. Im kommenden Jahr sind weitere Schulungen geplant. Außerdem wird das Angebot ausgeweitet. Insbesondere Ärzte und Pfleger sollen in der Teamrettung weitergebildet werden.

„Das lernen die Mediziner zwar in der Ausbildung, viele brauchen es aber im Arbeitsalltag nicht regelmäßig. Daher ist es so wichtig, diese Handgriffe immer wieder zu üben“, erklärt die andere Anästhesie-Oberärztin im BLSTrainer-Team, Vera Meyer. Das BLS- und Teamrettungstraining soll ein weiterer Beitrag der Regio-Kliniken zur Erhöhung der Patientensicherheit sein.

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