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Uetersener Nachrichten

24. August 2017 | 10:50 Uhr

Druck auf die Politik wächst

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Um die Politik nach mehreren vergeblichen Anläufen endlich zur Schaffung einer Stelle für einen Behindertenbeauftragten zu bewegen, erhöhen Betroffene kurz vor der nächsten Sitzung des Kreistages am Mittwoch erneut den Druck. Wenn die Fraktionen im Pinneberger Rathaus zusammenkommen, um auch dieses Thema zu beraten, werden voraussichtlich auch zahlreiche Betroffene und ihre Vertreter die Debatte vor Ort verfolgen.

Einer liegt das Thema besonders am Herzen: Silke Hamkens (45, kleines Foto) ist Sprecherin der Mitarbeiter im AWO-Werkschiff in Pinneberg, eine Werkstatt für Menschen mit einem psychischen Handicap. Sie war es, die im Februar eine Unterschriftenaktion initiierte, um der Forderung nach einem Kreisbehindertenbeauftragten und einer Beschwerdestelle Nachdruck zu verleihen. Spätestens seit sie vor weinigen Wochen eine Liste mit den Namen von 800 Unterzeichnern an Kreispräsident Burkhard E. Tiemann überreichte, ist sie auf dem besten Wege, das Gesicht des Appells zu werden.

Drei Mal haben SPD und Grüne in den vergangenen Jahren versucht, eine Ombudsstelle zu schaffen, zuletzt im November des vergangenen Jahres (UeNa berichteten). Zwar sind auch FDP und CDU nicht grundsätzlich dagegen, bislang wurde das Thema wegen weiteren Beratungsbedarfs aber nicht zum Abschluss gebracht.

Nun wollen es SPD und Grüne erneut wissen, bringen ihren gemeinsamen Antrag am Mittwoch wieder ein und könnten CDU und FDP bis auf die Knochen blamieren, kommt es erneut zu keinem positiven Votum. „Der aktuelle Zustand ist für alle Betroffenen unhaltbar“, sagte Silke Hamkens. Sie warf den Kreistagsabgeordneten vor, sich in „parteipolitischem Geplänkel“ zu verlieren und „kleinklein“ zu denken.

Nicht hinnehmbar ist für sie auch die Tatsache, dass der Kreis Pinneberg neben Dithmarschen und Plön der einzige in Schleswig-Holstein ist, der die UN-Richtlinie zur Integration von Menschen mit Behinderung noch nicht umgesetzt hat.

Zu tun gibt es nach Ansicht von Hamkens, die gerne einen Betroffenen auf dem Platz des Behindertenbeauftragten sehen würde, viel. „Es fehlt auf dem privaten Immobilienmarkt an geeigneten Wohnungen für Behinderte“, sagte sie. Zu viele Bahnhofs- und Verwaltungszugänge seien immer noch nicht behindertengerecht, es fehle außerdem ein Lotse, der den Weg durch das Dickicht von Verordnungen und Gesetzen weise, sagte sie. Die Sitzung des Kreistages beginnt um 18 Uhr.

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erstellt am 11.Mai.2014 | 21:39 Uhr

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