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Markttreff : Drei tragende Säulen für Hetlingen

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Als „Tante-Emma-Laden des 21. Jahrhunderts“ hat der „Spiegel“ den „MarktTreff“ geadelt.

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2011 | 19:58 Uhr

In 28 Gemeinden Schleswig-Holsteins läuft das Projekt höchst erfolgreich, doch passt es auch nach Hetlingen? Mit dieser Frage beschäftigten sich gut 20 Bürger während einer Informationsveranstaltung im Hetlinger Treff.

Zwei Referenten waren eingeladen worden. Ingwer Seelhoff kümmert sich für die Landesregierung um das Projektmanagement und Matthias Günther ist mit der Planung von MarktTreffs beschäftigt, wie dem in Heidgraben.

Aus drei Säulen bestehe ein MarktTreff, erklärte Seelhoff. Als Kerngeschäft diene ein Einzelhandelsgeschäft, dass zwischen 50 (Größe S) und 300 Quadratmeter (XL) umfasst. In der Regel wird mit einem der drei großen Lebensmittelhändler Schleswig-Holstein (Edeka, coop oder Famila) kooperiert. In jüngster Zeit integrieren sich immer mehr Selbstvermarkter im Kerngeschäft.

Säule zwei ist ein Treffpunkt für die Bürger. Vereine und Organisationen finden dort einen Versammlungsort. Die Bürger können nachmittags einfach so auf einen Kaffee vorbeikommen („besonders für ältere Menschen sehr wichtig“, so Seelhoff). Säule drei besteht aus Dienstleistungen und dabei geht es darum „pfiffige Kombinationen verschiedenster Dinge“ zu finden, so der MarktTreff-Experte. Post, Lotto- und Reinigungsannahme, Touristeninformation, Versandhandel und soziale Hilfen sind weit verbreitet. Es hat sich auch schon ein Arzt eine zweite Praxis eingerichtet, eine Sozialstation etabliert, Jugendbetreuung geleistet oder ein Physiotherapeut bietet seine Dienste an. Von Neubau über den Erhalt alter Bausubstanz bis zum Anbau an bestehende Gebäude gebe es in Schleswig-Holstein praktisch alles, so Seelhoff. Während der Infoveranstaltung wurde über zwei Möglichkeiten für das Dorf diskutiert. Die Raiffeisenbank Elbmarsch – die Hetlinger Filiale ist nur an zwei Tagen in der Woche offen – wäre für eine zusätzliche Nutzung offen. Und ein Unternehmer, der im kommenden Jahr den Firmensitz in eine andere Kommune verlegt, möchte seine Immobilie vermieten. Ein Hetlinger Markttreff könnte durch die AktivRegion Pinneberger Marsch & Geest gefördert werden, so Matthias Günther, da er der Sicherung und Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität diene. Angesichts des beschränkten Budgets (300000 Euro jährlich) melden die Kreis-Pinneberger größere Vorhaben als Leuchturmprojekt beim Land an. So hat der Heidgrabener MarktTreff ein Projektvolumen von 2,3 Millionen Euro und es fließen AktivRegion-Zuschüsse von 750000 Euro.

Die Bürger tragen den MarktTreff„Ohne das Engagement der Menschen geht es nicht“, hatte Ralf Hübner, Vorsitzender des Sport-, Kultur- und Umweltausschusses, am Anfang der Veranstaltung verkündet. Dieses Gremium organisierte den Info-Treff. Projektmanager Ingwer Seelhoff empfahl, über eine Fragebogenaktion abzufragen, wie groß der Wille der Bürger ist, sich für die Sache zu engagieren. Möglich wäre auch eine Dorfversammlung. Mit einem Standortcheck (Kosten: 1500 Euro) würde vom Land geprüft, ob ein Hetlinger MarktTreff Sinn macht. Votiert die Gemeindevertretung für die Einrichtung, sei es sinnvoll, so Seelhoff, möglichst frühzeitig eine kleine schlagkräftige Gruppe zu schaffen, die sich um das Thema kümmert.

Träger eines MarktTreffs ist immer die Gemeinde, als Betreiber können verschiedene Einrichtungen auftreten, so ein eigens gegründeter MarktTreff-Verein. Es könnte sich ein gemeindlicher Ausschuss darum kümmern oder ein Verein aus dem Ort. Als Beispiel nannte er einen Kulturverein.

Im Rahmen der intensiven, fast einstündigen Diskussion ging es mehrfach um die Kosten sowie die Laufzeit eines MarktTreffs.

Mindestens zwölf Jahre muss es einen Treff geben. Schließt er früher, muss die Gemeinde anteilig die erhalten Zuschüsse zurückzahlen. Einige MarktTreffs gebe es schon länger als zwölf Jahre, so Seelhoff, andere würden demnächst aus dieser Frist fallen. Niemals sei eine der Einrichtungen wieder geschlossen worden. Nirgendwo, so versicherte er, gebe es die Tendenz, nach der Zwölf-Jahre-Frist den MarktTreff wieder zu schließen. Zwar müsse man immer wieder Täler durchschreiten, doch alle seien letztlich glücklich mit der Schaffung gewesen.

Weiter über das Thema diskutiert wird während der nächsten Sitzung des Sport-, Kultur- und Umweltausschusses am Dienstag, 22. November, um 20 Uhr im Hetlinger Treff.

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