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Projektreihe : Drei Ferienhäuser für die Gemeinde

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

War eure Flucht gefährlich? Wollt ihr in Deutschland bleiben. Aus welcher Stadt in Syrien kommt ihr? Die Jungen und Mädchen von der Heistmer Jugendwehr hatten jede Menge Fragen an Mohamad (15), Samer (14) und Abdel Rahman. Die jugendlichen Flüchtlinge waren im Rahmen der Projektreihe „Politische Bildung“ bei ihnen zu Gast und gaben gern Auskunft. Mit ihnen zusammen stellten sich Rainer Jürgensen, Direktor des Amtes Moorrege, und Bürgermeister Jürgen Neumann den Nachforschungen der engagierten Jungen und Mädchen. Mohamad, der als Ältester für seine Brüder sprach, erzählte, dass seine Heimatstadt Aleppo vollkommen zerstört ist und dass er und seine Familie vor dem Krieg über Libyen und Italien nach Deutschland flohen. Die drei Jungen leben seit einigen Wochen mit ihren Eltern und drei Geschwistern in der Gemeinde und besuchen „Deutsch als Zweitsprache“-Klassen in Uetersen.

„Auch wenn immer mehr Flüchtlinge kommen, müssen wir als Gemeinde mit der Situation umgehen“, sagte der Bürgermeister. Die Bürger werden in den kommenden Tagen mit einem Rundbrief über die anstehenden Maßnahmen informiert. Zunächst werden drei Ferienhäuser, die bisher auf Rügen standen, nach dem Abriss des ehemaligen Maschmann-Gebäudes im Heistmer Heideweg aufgestellt. „In der kommenden Woche rollt der Bagger an“, so Neumann. Amtsdirektor Jürgensen hat den Bau von zehn weiteren Häusern, in denen bis zu fünf Personen leben können, in Auftrag gegeben. Sie werden in den Orten des Amtsbereichs Moorrege aufgebaut, in denen der zur Verfügung stehende Wohnraum nicht ausreicht. Insgesamt leben im Bereich des Amtes Moorrege aktuell 300 Flüchtlinge. Jürgensen hat in den vergangenen Monaten 47 Mietverträge unterschrieben. Pro Woche muss der Kreis Pinneberg derzeit 200 Flüchtlinge unterbringen und gibt diese Aufgabe an die Kommunen weiter. Erklärtes Ziel ist die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen. „Deshalb sollen möglichst nicht mehr als drei Ferienhäuser an einem Ort aufgebaut werden“, so der Amtsdirektor. „Wenn alle Stricke reißen, müssten Turnhallen und Dorfgemeinschaftshäuser beschlagnahmt werden“, ergänzte er. Weil auch das Konfliktpotential schaffe, wolle man das vermeiden.

Wer Wohnraum anzubieten hat oder sich im Helferteam engagieren möchte, kann sich mit Bürgermeister Jürgen Neumann in Verbindung setzen.

„In der Projektreihe ,Politische Bildung‘ geht es darum, den Jugendlichen Politik näherzubringen“, sagte Kay Lohse, Vorsitzender des initiierenden Fördervereins. „Im Gespräch mit den jungen Syrern wird den Jugendlichen die Situation der Flüchtlinge bewusst und bleibt nicht so abstrakt wie ein Fernsehbericht.“

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erstellt am 04.Dez.2015 | 20:18 Uhr

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