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SHMF : Dramatische Momente im Rinderstall Haseldorf

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Dramatik im musikalischen Geschehen und mitreißende Traumstimmung mit perfekt dazu passendem Traumwetter beim Auftakt des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals (SHMF) im Kreis Pinneberg: Im Haseldorfer Rinderstall genoss ein illustres Publikum ein weit gespanntes Programm über Franz Liszts (1811 bis 1886) düstere „La lugubre gondola (Die Trauergondel) für Violine und Klavier und die Ballade Nummer 2 h-moll für Klavier zu der ausgesprochen schwierigen Sonate für Violine solo Nr. 3 opus 126 von Mieczyslaw Weinberg ( 1919 bis 1996) zu dem lebensbejahenden Klaviertrio Nummer 1 B-Dur opus 99 D 898 von Franz Schubert (1797 bis 1828).

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erstellt am 10.Jul.2013 | 19:34 Uhr

Stargeiger Gidon Kremer begeisterte erwartungsgemäß. Sein Spiel mit seiner Nicola Amati-Violine aus dem Jahr 1641 ist so von Empathie geprägt, er lebt das, was er spielt mit seiner ganz eigenen Deutung, die Geige ist der Ausdruck seiner Seele.

So gibt er seine ungeheuren Fähigkeiten beim Opus von Weinberg wider, das dieser der Erinnerung an seinen Vater gewidmet hat, dessen Familie – genau wie die Familie des deutsch-jüdischen Letten Gidon Kremer – im KZ umkam.

Kremer selbst übernimmt den Versuch einer Erklärung des komplizierten Werkes „einer der schwierigsten, die ich in den letzten Jahren erobert habe.“

Kremer hat sich – nicht zum ersten Mal – auch in Haseldorf mit zwei zauberhaften jungen Künstlerinnen zusammengetan. Einmal mit der aufstrebenden Litauerin Giedrè Dirvanauskaitè (Violoncello) und der bereits mit vielen internationalen Preisen ausgezeichneten Chinesin Sa Chen, die kraftvoll und einfühlsam Lists düstere Ballade umsetzte.

Sehr fein harmonierte die drei beim abschließenden, weitaus fröhlicherem Klaviertrio von Franz Schubert, „Nachschlag“ gab es bei der Zugabe von Astor Piazzollas „Oblivion“, schwermütige Tangomusik aus Argentinien.

Gastgeber Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden, der gerade von Intendant Rolf Beck für ganz individuelle und persönliche Gastfreundschaft gerühmt worden war, hatte in Haseldorf wieder alles aufgefahren, was Haus und Hof und ganz Haseldorf so auszeichnet: eine perfekte Organisation durch die örtliche Feuerwehr beim günstigen Einparken, die aufwendig gestaltete gastronomische Versorgung im Innenhof und eine feuereifrige Hilfsmannschaft, die stets mit einem freundlichen Lächeln bewaffnet, die persönlichen Gäste des Prinzen und die Künstler im Anschluss an die Veranstaltung betreut.

Haseldorfer Hof-Koch Florian Ehlers hatte Kasseler Braten und Sauerkraut mit delikaten Speckklößen und der baltischen Spezialität Piroggen zubereitet – und das genossen so renommierte Gäste wie Medien-Manager Gerd Schulte-Hillen, ehemals Gruner & Jahr und Aufsichtsrat Bertelsmann mit Gattin sowie Dr. Michael Otto (Otto-Versand) im eleganten silbergrauen Anzug, dazu lokale Prominenz wie Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier und die adlige Verwandtschaft des Prinzen.

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