Sommerinterview : Dörflich und eigenständig bleiben

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In unregelmäßiger Folge stellen die Bürgermeister der Umgebung im Rahmen eines Sommerinterviews ihre Ziele und Wünsche für die Zukunft ihrer Gemeinden vor. Zum Auftakt gibt Groß Nordendes Bürgermeisterin Ute Ehmke Auskunft. Die 58 Jahre alte Ökotrophologin und Mutter zweier erwachsener Töchter ist seit 2008 Bürgermeisterin der Marsch- und Geestgemeinde.

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29. Juli 2015, 18:50 Uhr

UeNa: Welche Themen liegen aktuell in Groß Nordende an? Ute Ehmke: Zwei Themen beschäftigen die Ortspolitik aktuell: die Themen SüdLinK und Breitband-Versorgung. Ich bin der Meinung, dass die Landesregierung sich gern für uns einsetzen und sich für eine SüdLink-Trasse mit einer Elbquerung nördlich des Kreises Pinneberg aussprechen könnte. Der Kreis Pinneberg ist dicht besiedelt und bereits mit anderen Dingen wie Windkraftanlagen belastet. Groß Nordender, die entlang der Dorfstraße wohnen, sind mit einer schnellen Internetverbindung versorgt. Die Hauptstränge verlaufen entlang der Bundesstraße. Bei den Anwohnern der Nebenstraßen wie Lander oder Grenzstraße sieht es nicht so gut aus. Da lässt die Telekom Kupferkabel liegen. Wir müssen auch an diese Bürger denken. Deshalb sind wir an der Breitband GmbH interessiert. Das Geld ist da. Es wurde bereits zurückgelegt. Auf der nächsten Gemeindevertretersitzung, die im Oktober stattfindet, wird der Beitritt zum Breitband-Zweckverband Thema sein.

UeNa: Die neue Förderperiode der AktivRegion Pinneberger Marsch & Geest ist angelaufen. Plant Groß Nordende einen Antrag zu stellen? Ute Ehmke: Wir werden einen Zuschuss für eine Straßenbeleuchtung beantragen für die Straße Utweg zwischen Lander und Dorfstraße. Die Beleuchtung käme allen Bürgern zugute. Die Maßnahme würde aber vor allem der Schulwegsicherung dienen.

UeNa: Wie ist die derzeitige Situation von Flüchtlingen in der Gemeinde? Ute Ehmke: Seit vier Wochen lebt eine sechsköpfige syrische Familie im Ort. Sie ist von Holm aus zu uns gezogen. Eins der Kinder wird nach den Sommerferien unseren Kindergarten besuchen Eine zweite Familie ist vom Amt Moorrege angekündigt worden. Angedacht sind unregelmäßige Treffen im Dorfgemeinschaftshaus – Mitbringpartys oder Picknicks zum gegenseitigen Kennenlernen.

UeNa: Wo soll die Gemeinde Groß Nordende in fünf bis zehn Jahren stehen? Ute Ehmke: Wir hoffen, eigenständig zu bleiben. Mit dem Amt Moorrege (Anmerkung: der Verwaltungsgemeinschaft gehören neben Groß Nordende die sechs Gemeinden Appen, Heidgraben, Heist, Holm, Moorrege und Neuendeich an) sind wir gut aufgestellt. Das würden wir gern beibehalten.

UeNa: Wo ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz in Groß Nordende? Ute Ehmke: Mein Lieblingsplatz in Groß Nordende befindet sich auf einem Spaziergang Richtung Marsch. Ein weiterer Lieblingsplatz ist – wenn es die Zeit zulässt – meine eigene Terrasse.

UeNa: Was macht den Charme, die Besonderheit von Groß Nordende aus? Ute Ehmke: Wir können einerseits eine dörfliche Struktur bieten, andererseits die Nähe zur Stadt. Wir liegen nicht „ab vom Schuss“. Mit einem Kindergarten, einem kleinen Sportverein, der Liedertafel Groß Nordende, dem Schulverein, der sich gründete, um den Schulbus für die Kinder des Dorfes zu organisieren, und der heute Träger des Kindergartens und Betreiber des Jugendraums ist, der Freiwilligen Feuerwehr, den Jägern sowie dem Landfrauenverein Nordende und Umgebung e.V. sind wir eigenständig. Wer will, der findet ein Angebot und ist eingeladen, Ideen einzubringen. Für die Senioren organisiert die Gemeinde einmal monatlich ein Treffen. Im Winter findet es im Dorfgemeinschaftshaus statt. Im Sommer stehen Ausflüge in die Umgebung auf dem Programm.

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