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Zweckverband Breitband : Dörfer ringen um ihr Internet

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wie Rennpferde, die mit den Hufen scharren, stehen die Mitglieder des Zweckverbands Breitband Marsch und Geest in den Startboxen. Die Vertreter der vier Gründungsgemeinden und der sieben Neuzugänge würden lieber heute als morgen mit dem Projekt „Schnelles Internet für die Dörfer durch Glasfasertechnik“ beginnen. Doch Verbandsvorsteher Jürgen Neumann bremste die Erwartungen. „Drei Jahre“ antwortete er auf die Frage, wann die zukunftsfähige Internetverbindung für die Menschen Realität werden könnte. Er sagte aber auch: „Ich glaube, dass wir gemeinsam eine gute Chance haben.“

shz.de von
erstellt am 10.Mär.2016 | 18:53 Uhr

Der Initiator, der in seinem Berufsleben unter anderem für die Schleswag Netze ausgebaut hat und sich selbst „Stromer“ nennt, ließ sich von der Zweckverbandsversammlung das Okay geben, ein neues Angebot für das laufende Bieterverfahren der zum Verkauf stehenden Breitbandsparte des Abwasserzweckverbands (azv) Südholstein abzugeben. Die Höhe der Bietsumme wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit festgelegt. „Ich denke, dass wir ein attraktives Angebot vorlegen“ so Neumann.

Ziel des Zweckverbands ist der Erwerb des vorhandenen Netzes vom azv und der weitere „fibre to the home“-Ausbau des Netzes in den Verbandsgemeinden, zu denen neben Heist, Holm, Hasloh und Lentföhrden jetzt Neuendeich, Groß Nordende, Moorrege, Haselau, Haseldorf, Appen und Heidgraben zählen. Selbst entlegenste Gebiete sollen mit Glasfaserkabel versorgt werden.

Bevor die Bagger anrollen können, muss das Ende eines Markterkundungsverfahrens abgewartet werden. Es wurde vom Kreis Pinneberg in Auftrag gegeben. Mit Ergebnissen ist Ende April zu rechnen. In dem Verfahren wird bei Telekommunikationsunternehmen abgeklärt, ob sie parallele Interessen verfolgen. Weil, wenn möglich, Fördermittel eingeworben werden sollen, muss das Projekt europaweit ausgeschrieben werden. Meike Austen von der Hamburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Wirtschaftsrat erläuterte das mögliche Vorgehen. Rund ein Jahr dauert es ihrer Erfahrung nach, bis ein geeigneter Anbieter gefunden ist, zwei weitere Monate bis die Bundesnetzagentur ihre Zustimmung erteilt. Der Anbieter wird dann mit dem Ausbau des Glasfasernetzes beauftragt. Der Zweckverband pachtet es anschließend von dem Unternehmen.

„Unser Vorteil ist, dass wir keine wirtschaftlichen Interessen verfolgen, sondern die Menschen mit einer leistungsstarken Internetverbindung versorgen wollen und im Gespräch mit Anbietern nach individuellen Lösungen suchen können“, sagte der Zweckverbandsvorsitzende. Unter dem Tagesordnungspunkt „Optimierung des Verbandsgebietes“ erläuterte er seine Zukunftsvisionen. „Es gibt Erweiterungsmöglichkeiten“, ist sich Neumann sicher. Er hat seine Fühler bereits in Richtung der Nachbarämter ausgestreckt.

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