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Uetersener Nachrichten

18. Dezember 2017 | 04:36 Uhr

Abschiedshaus : Doch kein Happy End

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Alle Bemühungen, Gespräche, Unterschriften und auch die Bereitschaft von Sponsoren, das 1810 errichtete Abschiedshaus des Tornescher Hofes vor dem Abriss zu bewahren, sind gescheitert.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 21:37 Uhr

Tornesch. Alle Bemühungen, Gespräche, Unterschriften und auch die Bereitschaft von Sponsoren, das 1810 errichtete Abschiedshaus des Tornescher Hofes vor dem Abriss zu bewahren, sind gescheitert.

Dem Eigentümer wurde vom Kreis die Abrissgenehmigung erteilt, wie von Kreispressesprecher Marc Trampe zu erfahren war. „Es galt, die wirtschaftlichen Interessen des Eigentümers und das öffentliche Interesse am Erhalt des Hauses abzuwägen“, so Marc Trampe.

Voraussichtlich wird nun am 6. Mai der Abrissbagger anrollen. Im Oktober vergangenen Jahres war der Abriss gestoppt worden. Aufmerksame Anwohner hatten Kontakt zur Kulturgemeinschaft aufgenommen und diese hatte das Landesamt für Denkmalpflege eingeschaltet. Das Fachreferat „Ländliche Bauten“ schaute sich das reetgedeckte Zweiständer-Fachhallenhaus an der Hamburger Straße, das als Keimzelle des Tornescher Ortszentrums gilt, an, und stufte es als Kulturdenkmal ein. Damit war das Haus zunächst geschützt, aber nicht auf Dauer gerettet. Der Eigentümer, der das Grundstück ohne Gebäude an das benachbarte Unternehmen Hawesko bereits verkauft hatte, nutzte sein Recht, Widerspruch einzulegen.

Das Verfahren zog sich nun bis Ende April hin. In der Zwischenzeit hatte die Kulturgemeinschaft mögliche Sponsoren angesprochen und Unterschriften zum Erhalt des Abschiedshauses gesammelt. Zeitweise war auch die Künstlervereinigung Kunst im Mittelpunkt (KiM), mit dem Vorschlag, das Haus als Kultur- und Ausstellungszentrum zu erhalten, mit im Boot. Auch die Ernst-Martin-Groth-Stiftung, deren Stiftungszweck unter anderem die Förderung von Gebäuden mit ortstypischen und ortsbildprägenden Eigenschaften ist, bemühte sich, den Erhalt des Hauses zu sichern und war bereit, Mittel aus der Stiftung für den Kauf bereitzustellen.

Doch offen blieb jedoch die weitere Finanzierung und Nutzung des Hauses sowie das Anliegen des Unternehmens Hawesko, seinen Firmenstandort an der Hamburger Straße zu erweitern.

Vertreter der Tornescher Fraktionen hatten sich über den sanierungsbedürftigen Zustand des Hauses informiert. Nur die Christdemokraten bekundeten öffentlich, für den Erhalt zu sein. Die Entscheidung der Kreisbehörde ist nun unter Zurückstellung der denkmalrechtlichen Interessen zugunsten der Interessen des Eigentümers gefallen.

Kulturgut

Wie zu erfahren war, hat der Eigentümer des nun zum Abriss freigegebenen Abschiedshauses die Kulturgemeinschaft eine Paneelwand mit Alkoven und einen Uhrenschrank aus dem Haus sicherstellen lassen. Auch soll der Hausbalken mit der Inschrift: „Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut. Im Himmel und auf Erden. Anno 1810. Jürgen Siemsen, Anna Catarina Siemsen, den 2. Juni“ erhalten bleiben. Die Kulturgemeinschaft wird über die weitere Verwendung entscheiden.

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