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Uetersener Nachrichten

21. November 2017 | 03:45 Uhr

Infoveranstaltung : Diskussionen um den Elbdüker

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mitte Mai soll die eigentliche Arbeit am neuen Elbdüker mit dem Rohrvortrieb beginnen. Der Betreiber Gasunie Deutschland hatte deswegen zu einem Informationsgespräch in das neue Feuerwehrgerätehaus geladen. Gut zwei Dutzend Bürger waren gekommen, unter ihnen viele Hetlinger Politiker und einige Wedeler.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 21:14 Uhr

„Wir haben einen Antrag auf Nachtarbeit beim Rohrvortrieb gestellt“, erklärte Volker Böke, der bei der Gasunie für das Genehmigungsverfahten zuständig und Ansprechpartner für die Hetlinger ist. Peter Dennig von der Arge Elbdüker ergänzte, dass Montag bis Sonnabend rund um die Uhr gearbeitet werden soll. Diese Informationen zogen einige kritische Nachfragen der Zuhörer nach sich, die sich besonders um ihre Nachtruhe sorgten. „Wir halten uns an Gesetze und Normen“, entgegnete der Bauoberleiter Günter Moll. Kritisch nachgefragt wurde auch beim Thema Wasserversorgung während der Bohrarbeiten. Dazu wird Wasser gebraucht, das die Gasunie einem Brunnen entnehmen will. Eine Grundwasserabsenkung sei nicht geplant, so Moll. Bis zu 150 Kubikmeter pro Tag werden entnommen. Entsorgt wird das Wasser in der Elbe. Dort könnte es auch entnommen werden, so der Antrag auf Bohrung eines Brunnens abgelehnt wird. Diskutiert wurde über die Schäden am Weg neben dem Elbdeich, die durch Lkw-Transporte zur Baustelle entstanden sind. Manager des Gasleitungsnetzbetreibers verwiesen auf die Meinung des „Landesbetrieb Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz“ (LKN), der keine Gefährdung sieht. Dem hielt ein Wedeler entgegen, dass der Deichverteidigungsweg höchstens für eine Achslast bis 3,5 Tonnen ausgelegt ist. Nicht folgen wollten die Gasunie-Macher dem Vorschlag eines Hetlingers einer Besichtigung des Tunnels. Es wurden Sicherheitsbedenken geltend gemacht. Am Schluss schaffte es der erste stellvertretende Bürgermeister Michael Rahn, dass der sonst eloquent die Diskussion leitende Pressesprecher Philipp von Bergmann-Korn für einen Moment sprachlos war.

Der Freie Wähler bat die Gasunie, auf ihre Partner einzuwirken, beim Finanzamt die Arbeit in Hetlingen anzumelden. Wenn ein Unternehmen länger als sechs Monate am Elbdüker mitwirkt, gilt dies als Betriebsstätte. Im Rahmen der „Zerlegung von Gewerbesteueransprüchen“ würden Hetlingen Einnahmen zufließen. „Das ist ein neuer Punkt“, wollte sich von Bergmann-Korn allerdings nicht festlegen lassen. Der gesamte Gasunie-Vortrag ist auf der Dorfseite im Internet zu finden. Bei Problemen, Fragen oder Anregungen können sich die Hetlinger an Böke unter Telefon 0511/ 640607-2676 wenden. www.gemeinde-hetlingen.de

Hetlingen droht Dauerbaustelle

Neues Ungemach droht den Hetlingern, denn nach der Erneuerung des Elbdükers könnte eine weitere Großbaustelle auf das Marschdorf zukommen mit dem Bau der Mega-Stromtrasse „SuedLink“. Ganz an den Anfang der Veranstaltung stellten die Gasunie-Vertreter den möglichen Bau eines zweiten Elbdükers. „Völlig unabhängig voneinander“ seien die beiden Projekte, betonte Pressesprecher Philipp von Bergmann-Korn. Während das Genehmigungsverfahren für SuedLink noch nicht einmal begonnen habe, sei Gasunie bereits mitten in den Arbeiten. Zudem sei das Zusammenlegen beider Bauarbeiten technisch nicht möglich.

Der erste stellvertretende Bürgermeister Michael Rahn (FW) wollte von dem Pressesprecher wissen, ob es bereits eine Anfrage vom SuedLink-Betreiber Tennet bei der Gasunie gegeben habe, die jetzt bestehende Infrastruktur nutzen zu können. Das verneinte von Bergmann-Korn. (tp)

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