Fünf-Städte-Heim : Dieter Schipler ist „Hoteldirektor“

Dieter Schipler ist neuer Vorsitzender des „Fünf-Städte-Vereins“, Träger des „Fünf-Städte-Heims“ in Hörnum / Sylt.

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25. Januar 2012, 20:34 Uhr

Schipler wurde während der Vorstandssitzung am Dienstag gewählt. Im Anschluss an diese Sitzung fand die Mitgliederversammlung statt. Dort wurde auch bekannt gegeben, dass Martin Detlefsen aus Kellinghusen, wie Schipler Kommunalpolitiker, zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. Die Geschäftsführung bleibt in Uetersen. Geschäftsführerin ist die Bürgermeisterin. Zwölf Jahre lang war Torneschs Bürgermeister Roland Krügel Vereinsvorsitzender. Er trat nicht wieder an.

„Ich hatte die Absicht, zu kandidieren. Überzeugen musste mich niemand“, so Schipler im UeNa-Gespräch. Und: „Ich bin der Meinung, das Heim hat es verdient, dass es ordentlich weitergeführt wird“.

Die beiden Vokabeln „ordentlich“ und „weitergeführt“ haben es in sich: Denn alleine die als notwendig erachtete energetische Sanierung beläuft sich nach Kostenschätzung der Investitionsbank Schleswig-Holstein auf rund 1,2 Millionen Euro. Das Gutachten ist vom Vorstand in Auftrag gegeben worden, die darin aufgezeigten Arbeiten sollen nun umgesetzt werden - verteilt auf mehrere Jahre.

Parallel dazu soll das Heim modernisiert und attraktiviert werden. So soll das Mobiliar in den Zimmern auf heutigen Stand gebracht werden. Luxus solle nicht einziehen in den Gebäudekomplex. Jedoch seien Eisenbetten und -schränke nicht mehr zeitgemäß. Die Auslastung des 500-Betten-Hauses bezeichnet der neue Vorsitzende als „zufriedenstellend“. Die Buchungen für das laufende Jahr versprächen eine noch bessere Auslastung als in 2011 erzielt. „Wir nehmen an, dass viele Eltern froh sind, ihren Kindern einen kostengünstigen Urlaub bescheren zu können“, so Schipler. Eine Woche Vollpension für Kinder (und Erwachsene) aus Uetersen, Tornesch, Kellinghusen, Wedel, Pinneberg und Neuendeich – also den Mitgliedsgemeinden des Vereines – kostet 161 Euro (Tagessatz 23 Euro). Gäste aus Nichtmitgliedskommunen bezahlen einen Tagessatz von 23,60 Euro.

Kritisiert wird zuweilen, dass die Zahl der Kinder aus Mitgliedsgemeinden zurückgeht und auf der anderen Seite die Anzahl der „Fremdbucher“ zunimmt. Schipler dazu: „Das Heim widmet sich Aufgaben der Jugendpflege. Von Anfang an war die Belegung so, dass die auswärtigen Besucher in der Mehrheit waren.“

Der „Fünf-Städte-Verein“ ist gemeinnützig. Am 1. Oktober 1947 wurde ein Pachtvertrag mit dem Land geschlossen. Der Überlassungsvertrag mit dem Land stammt aus dem Jahr 1968. Seit dieser Zeit ist das Heim Vereinseigentum mit Zweckbindung.

Für 23 Euro am Tag werde den Gästen viel geboten, weiß der Vorstandsvorsitzende. Schipler: „Das Heim verfügt über Bolzplätze, einen Abenteuerspielplatz, ein großes Klettergerät, einen Billardtisch, Tischfußballgeräte, einen großen Tischtennisraum, eine Doppelkegelbahn und Internetarbeitsplätze. Zudem werden Disco- und Kinoabende angeboten. Es gibt mehrere Gruppenräume und eine Bastelwerkstatt, die sogar das Töpfern ermöglicht.

Das, so Schipler, sei aber längst nicht alles. Das Heim sei mit einer eigenen Sanitätsstation ausgestattet, am Weststrand gebe es einen eigenen, bewachten Badeabschnitt, und täglich werde ein schmackhaftes Essen serviert. Das weiß Schipler aus eigener Erfahrung. „Es gibt immer Leute, die über das Essen meckern“, so Schipler, der jedoch auch weiß, das konstruktive Vorschläge gerne aufgegriffen werden. So wurde vor Kurzem ein Frühstücksbuffet eingeführt.

Das „Fünf-Städte-Heim“ wird von Joachim Buchmann geleitet. Zusätzlich ist Holger Kröger als Jugendbetreuer angestellt. Unter anderem führt dieser die beliebten Wattwanderungen durch.

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