Aufführung in der Klosterkirche : Dieses Requiem spendete ganz viel Trost

Rund 500 Besucher wurden am Sonntag in der Klosterkirche Zeugen einer fantastischen Aufführung des Requiems von Johannes Brahms.

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18. November 2013, 21:25 Uhr

Das Werk, das dem Komponisten 1868 bei dessen Uraufführung zum Durchbruch verholfen hat, berührt und spendet Trost zugleich. Genau das war auch Ziel von Brahms, der ein Requiem für die Lebenden schreiben wollte. Brahms stellt in seiner Textauswahl der Vergänglichkeit des irdischen Lebens die Ewigkeitshoffnung gegenüber.

Die glänzend aufgelegte und von Kantor Eberhard Kneifel ebenso vorbereitete Kantorei überzeugte bei der Interpretation dieser Komposition, die nicht nur den Sängern einiges abverlangt.

Hervorragend in Szene setzen konnten sich auch Wagner-Preisträger Sebastian Pilgrim (Bariton) und die renommierte Sopranistin Katharina Müller. Ihre Stimmen erfüllten das gesamte Kirchenschiff bis hinauf zum Deckengemälde des spätbarocken Gotteshauses. Über viele Jahre hinweg bei großen Aufführungen Partner an der Seite Kneifels und der Kantorei ist das Barockorchester „Elbipolis“.

Die Vertrautheit beider Seiten war auch diesmal spürbar. Unter anderem wegen des bestens aufgelegten Paukisten, der seinerseits deutlich machte, dass es sich beim Requiem von Brahms mitnichten um eine Totenmesse im klassischen Sinne handeln konnte. Soli deo gloria – nachdem der letzte Ton verklungen war, herrschte einige Sekunden Stille vor. Erst danach gab es Applaus. Und der war verdient.

Brahms hätte mit Sicherheit nichts dagegen gehabt, denn so streng hat der Komponist, der als bibelfest galt aber auch als Freigeist bekannt war, die Dinge nicht gesehen. Und ein Requiem, geschrieben für die Lebenden, darf schließlich auch Spaß machen.

Konzerttipp: Wie bereits angekündigt. wird am 30. November das „Concerto Elmshorn“ zu Gast sein. Der Abend in der Klosterkirche beginnt um 19.30 Uhr. Gespielt werden Kompositionen von Bach und Vivaldi. Karten: Zwölf/acht Euro.

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