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Uetersener Nachrichten

21. August 2017 | 22:19 Uhr

Ganztagsschule : Die Zukunft im Blick

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mit der Schaffung der Klaus-Groth-Schule als Ganztagsschule hatten die Entscheidungsträger vor zehn Jahren eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen. Denn vor dem Hintergrund der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie aus integrations- und sozialpolitischen Gründen ist die Schaffung von Ganztagsschulen bundesweit in den Fokus gerückt.

Für Ernst Dieter Rossmann, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Leiter des Projektes Ganztagsschule im Rahmen des „Projektes Zukunft“ der Sozialdemokraten, ist klar: „Die Zeit ist reif, Deutschland braucht einen Masterplan Ganztagsschule“. Nur etwa 24 Prozent der Kinder und Jugendlichen besuchen aktuell deutschlandweit eine Schule mit Ganztagsbetrieb in offener oder gebundener Form. „Wir sind damit weit hinter den Verhältnissen in anderen europäischen Ländern zurück, in denen die Ganztagsschule traditionell das Regelangebot ist und selbstverständlich wahrgenommen wird“, so Rossmann.

Vor wenigen Tagen informierte er sich gemeinsam mit der SPD-Fraktionsvorsitzenden Verena Fischer-Neumann bei einem Besuch an der Klaus-Groth-Schule über das Lernen und Lehren, die Freizeitgestaltung, die Schulsozialarbeit und den Mensabetrieb der Bildungseinrichtung. Die Schule, an der aktuell 1220 Schülerinnen und Schüler lernen und im Sommer erstmals ein 13. Jahrgang das Abitur ablegen wird, war mit fünf Millionen Euro aus dem Förderprogramm des Bundes für Ganztagsschulen errichtet und kontinuierlich weiterentwickelt worden. Das Ergebnis ist beachtlich. Die Klaus-Groth-Schule ist seit 2007 eine der ausgezeichneten Zukunftsschulen des Landes.

In Schleswig-Holstein gibt es aktuell 23 gebundene und 460 offene (meist Grundschulen) Ganztagsschulen. „Bei meinen Gesprächen mit Eltern wird immer wieder deutlich, dass Ganztagsschulen gebraucht werden“, so Klaus-Groth-Schulleiterin Rita Wittmaack. Sie wies darauf hin, dass verlässliche Ganztagsbetreuung künftig nicht mehr über das Ehrenamt zu leisten sei. Doch Honorarkräfte kosten mehr Geld. Die Schulleiterin ist dankbar, dass es an ihrer Schule bereits verlässliche Kooperationen mit Vereinen, Firmen, der Bücherei und dem Jugendzentrum gibt.

Das Bundes-SPD-Positionspapier zur Schulentwicklung „Masterplan Ganztagsschule 2020“ geht von zwei Phasen zum Erreichen eines flächendeckenden und bedarfsgerechten ganztägigen Schulangebotes aus. Um das Ziel zu erreichen, brauche es den gemeinsamen Einsatz der Mittel von Bund, Ländern und Kommunen und zwar sowohl in der Finanzierung der Investitionsmittel als auch in der Finanzierung der laufenden Personalkosten. „Der Bund muss endlich Zuständigkeiten für die Bildung erhalten. Dazu muss aber das Grundgesetz geändert werden“, betonte der SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann.

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erstellt am 20.Mär.2012 | 22:38 Uhr

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