SPD-Infoveranstaltung : Die Zukunft der Marsch-Grundschule

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Zu einer Diskussion unter dem Motto „Unser Dorf, unsere Schule, Zukunft gestalten“ hatte der SPD-Ortsverein eingeladen und den schulpolitischen Sprecher ihrer Landtagsfraktion, Kai Vogel, als Referenten in den „Haseldorfer Hof“ geholt. Die Situation der eigenen Grundschule sowie die Umwandlung der Moorreger Regional- in eine Gemeinschaftsschule gab der Vorsitzende Thomas Hölck als Themen vor.

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12. Juni 2014, 19:36 Uhr

Als er nach gut zwei Stunden die Veranstaltung schloss, war allerdings noch kein weiteres Wort über das Schulzentrum auf der Geest gefallen. Das lag nicht nur an der kleinen, aber diskussionsfreudigen Runde. Den Eltern brennt die Situation der Schule vor Ort unter den Nägeln.

Denn den gut 30 ABC-Schützen in Haseldorf stehen 14 in Hetlingen gegenüber. Daraus zwei etwa gleich große 1. Klassen zu machen, wie es Eltern der Grundschule Haseldorf fordern, ist jedoch nicht möglich. In der Außenstelle werden zwei „Familienklassen“ gebildet. In Hetlingen lernen Erst- bis Viertklässler gemeinsam.

Gekommen war auch Ralf Hübner, stellvertretender Fraktionssprecher der Freien Wahlgemeinschaft aus Hetlingen. Er machte sich für das Familienmodell stark. Für Hölck ist es „sehr sympathisch, dass es zwei konkurrierende Modelle gibt.“ Und das SPD-Urgestein Rolf Lange riet, doch erst einmal Ergebnisse des im Sommer 2013 begonnenen Experiments abzuwarten.

Ferner wird die personelle Situation von Eltern als schwierig angesehen. Durch Krankheit, Verrentung und Schwangerschaft hat es ordentlich Fluktuation gegeben. Und es mussten Teilungs- und Förderstunden entfallen.

Vogel wurde nach dem „Klassenteiler“ gefragt. Der liege nicht bei 37 Schülern, wie vielfach gemutmaßt, sondern bei 31, erklärte er. Schulleiter hätten aber auch gewisse Freiheiten, wie sie die ihnen zur Verfügung stehenden Lehrerstunden nutzten.

Der Spitzensozialdemokrat brachte eine Stärken-Schwächen-Analyse für die Grundschule Haseldorfer Marsch ins Gespräch. Dabei würden die zu erwartenden Schülerzahlen, die Meinungen der Eltern und die Stimmung im Kollegium eine Rolle spielen.

Sollte das System mit einer Mutterschule in Haseldorf und der Außenstelle Hetlingen dauerhaft nicht funktionieren, etwa weil es von den Eltern nicht mehr getragen wird, müsste über Änderungen nachgedacht werden, so Vogel. Dem steht jedoch der Vertrag zwischen den drei Kommunen entgegen, in dem sich Hetlingen die Existenz seiner Schule gesichert hat. Das sei landesweit unüblich, berichtete der Parlamentarier.

Hölck setzt auf den Dialog. „Bisher haben nur die Politiker entschieden“, sagte der Ortsvorsitzende. Es sei wichtig, die Eltern zu beteiligen. Der Sozialdemokrat fordert: „Dafür müssen die drei Gemeinden eine Plattform organisieren.“

Teilweise noch so wie 1979

Eine längere Diskussion hat sich über die sächliche Ausstattung der Grundschulen entsponnen. Für sie sind die Gemeinden zuständig.

Ralf Hübner von der Freien Wahlgemeinschaft stellte in Frage, ob die Ausstattung in Hetlingen ausreichend ist. Der Haseldorfer SPD-Fraktionsvorsitzende Boris Steuer berichtete von einer Begehung der Einrichtung, in der er bereits die Schulbank drückte. „Ich war überrascht, dass dort ein paar Sachen noch so sind wie 1979“, sagte er. Manchen Eltern war sauer aufgestoßen, dass es einen Spendenlauf gab, um Ausstattung für die Haseldorfer Schule anzuschaffen.

Der schulpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion brachte einen pädagogischen Assistenten ins Gespräch, mit dem die Situation in der neuen 1. Klasse in Haseldorf entschärft werden könnte. Der müsste allerdings vom Schulleiter gewollt sein und die beiden Gemeinden Haseldorf und Haselau würden ihn bezahlen, so Kai Vogel.

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