Schülerzahlen : Die Zukunft der Grundschule?

Sehr zurückhaltend reagiert die Politik auf die Initiative von Sven Hauenstein, Elternbeiratsvorsitzender der Haseldorfer Grundschule, zur Zukunft der Bildungseinrichtung. Er hatte mit Blick auf die hohen Schülerzahlen im Haupthaus und den niedrigen in Hetlingen von „Ressourcenverschwendung“ gesprochen und die Erarbeitung eines Schulentwicklungsplanes gefordert.

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16. Juli 2012, 21:05 Uhr

„Gar nichts“ will die Hetlinger Bürgermeisterin Barbara Ostmeier (CDU) zu Hauensteins Ideen sagen. Amtsvorsteher Heinz Lüchau (CDU) – das Amt ist Träger der Haseldorfer Grundschule – verweist auf den Vertrag, der Grundlage der Kooperation ist. Darin haben die Gemeinde und das Amt die Existenz des Schulstandortes Hetlingen festgeschrieben. Sollten die Lehrerzuweisungen deutlich reduziert werden, müsste man noch einmal sehen, so Lüchau. Aber es gelte der Vertrag und an dem sollte nicht gerüttelt werden. Durch die Mindestgrößenverordnung der Großen Koalition waren die Hetlinger gezwungen worden, ihre Grundschule als eigenständige Einrichtung aufzugeben und sich einen Partner zu suchen.

Seit Sommer 2009 ist ihre der Haseldorfer Grundschule beigeordnet. Eine dauerhafte Mindestgröße von 80 Schülern wird von Kiel verlangt. In Hetlingen waren es am Ende des vergangenen Schuljahres 49 Mädchen und Jungen.

102 Schüler wurden zum gleichen Zeitpunkt in Haseldorf unterrichtet. Hauenstein wies darauf hin, dass die Lehrer weniger Zeit für die Schüler hätten, weil sie zwischen den beiden Standorten pendeln müssten. Zudem würde Hetlingen bei der Verteilung der Lehrerstunden bevorzugt. Den Politikern des Amtes Haseldorf warf der Elternbeiratsvorsitzende vor, sich nicht an das Problem zu trauen.

Bereits im Sommer 2011 war es zum Streit um die Zukunft der Hetlinger Einrichtung gekommen. Die sechs Viertklässler sollten nach dem Willen der damaligen Schulleiterin zusammen mit Gleichaltrigen aus Haseldorf im Haupthaus unterrichtet werden. Dagegen wehrten sich die Bürgermeisterin und ihr Stellvertreter Michael Rahn (Freie Wahlgemeinschaft, FW) unter anderem mit einer Pressemitteilung. „Wir lassen uns unsere Schule nicht Schritt für Schritt kaputtmachen“, erklärten die beiden.

Am Ende stand ein Kompromiss: Die Viertklässler blieben in ihrem Dorf, wurden jedoch in einem Klassenverband mit den Drittklässlern unterrichtet. Auch ABC-Schützen und Zweitklässler bildeten eine Gemeinschaft.

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