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Uetersener Nachrichten

16. Dezember 2017 | 10:33 Uhr

EHEC : Die Zeche zahlt der kleine Mann

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sowohl das Robert-Koch-Institut als auch das Bundesinstitut für Risikobewertung haben gestern erneut vor dem Verzehr von rohen Gurken, Tomaten und Salaten gewarnt. Trotz des Fundes eines EHEC-Übertragungsweges sei der Ausbruch der Krankheit zunächst nicht gestoppt, hieß es. Auch sei nach wie vor unklar, ob Spanien tatsächlich Ausgangspunkt der Bakterienverunreinigung sei. So sollen auf dem Hamburger Großmarkt Gurken aus Spanien verkauft worden sein, die während des Transportes aus den Boxen gefallen waren.

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2011 | 19:04 Uhr

Die Warnungen vor dem Verzehr haben natürlich Auswirkungen auf das Kaufverhalten der Verbraucher. Gestern war Wochenmarkt in der Rosenstadt. Und auch dort war ein deutlicher Rückgang der Nachfrage dieser drei Produkte zu spüren: „Wir haben es insbesondere am Mittwoch gemerkt“, sagte Gisela Wagner. Die Neuendeicherin steht mit ihrem Mann Jens auf dem Wochenmarkt. Auch gestern war eine Kaufzurückhaltung insbesondere bei Gurken feststellbar gewesen. Aus Spanien beziehe man keine Gurken, das Gemüse stamme ausschließlich aus deutschen Landen. „Frische, hiesige Ware“ wird auch an den anderen Gemüseständen des Wochenmarktes angeboten. Auf die Kennzeichnung der Produkte bezüglich ihre Herkunft wird sichtbar Wert gelegt.

Der „Bio“-Händler des Wochenmarktes, bei dem Produkte von Bioland und Demeter verkauft werden, hat ebenfalls mit der Zurückhaltung der Kunden zu kämpfen. Alle Produkte stammen aus kontrolliert biologischem Anbau und zudem aus der Region. Doch EHEC macht generell Angst. Daher bleiben auch seine Gurken, Tomaten und Salate bis auf einige Ausnahmen liegen. Die Momentaufnahme bestätigt der Verkäufer Thorsten Schädlich aus Pinneberg. EHEC mache sich auch bei ihm negativ bemerkbar. Dass die kleinen Händler und die regionalen Erzeuger wieder einmal die Zeche zahlen müssen, beklagt Kirsten Bornholdt aus Moorrege. Auch bei ihr bleiben die Gurken aus deutscher Produktion liegen.

Klaus Hauschildt, in zweiter Generation seit 50 Jahren auf dem Uetersener Wochenmarkt, kann die Zurückhaltung ebenfalls bestätigen. Der Heidgrabener handelt natürlich auch Produkte aus regionaler Erzeugung. Die neuesten EHEC-Zahlen aus dem Kreisgebiet sehen wie folgt aus: 23 bestätigte Fälle von EHEC, davon vier Personen im Klinikum Elmshorn und 19 Personen im Klinikum Pinneberg. Es gibt 36 Verdachtsfälle auf EHEC, davon befinden sich zwei Personen im Klinikum Elmshorn und 34 Personen im Klinikum Pinneberg. Es gibt also nach wie vor steigende Fallzahlen.

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