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Umgang mit Demenzkranken : Die Würde niemals vergessen

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Thomas Kleinbrink, Abteilungsleiter Senioren- und Demenzarbeit der Malteser in der Erzdiözese Hamburg, Diözesanreferent für die Dienste im sozialen Ehrenamt und Referent für das Malteserpastoral, freute sich, etwa 20 Besucher anlässlich eines Vortragsabends zum Thema Demenz im Pfarrheim der Ortsgemeinde Christkönig begrüßen zu können.

Kleibrink stellte den Anwesenden die Referentin des Abends, Nora Hamdorf, vor. Sie ist Koordinatorin der Einrichtung „Casa Malta“. Das ist eine Tagesstätte für Menschen mit einer Demenz. „Casa Malta“ befindet sich in Hamburg-Eidelstedt. Am Ende ihres Vortrages lud Nora Hamdorf alle ein, die Tagesstätte zu besuchen. Wer das tun möchte, melde sich unter 040/41918729 an.

1,5 Millionen Menschen in Deutschland seien von einer Demenz betroffen. Zweidrittel davon litten unter den Folgen des Alzheimer. In Zukunft würden diese Zahlen sprunghaft ansteigen, prognostizierte die Referentin. Der Grund sei eigentlich erfreulich: das längere Leben. Doch mit dem Alter steige die Wahrscheinlichkeit einer Demenz.

Heilbar sei die Krankheit bislang nicht, jedoch gebe es viele Hilfen für die Betroffenen und deren Angehörige.

Die Referentin empfahl allen, bei Verdacht einer Demenz zunächst den Hausarzt aufzusuchen. Anschließend würden gegebenenfalls neurologische Untersuchungen stattfinden. Schließlich werde die Diagnose „Alzheimer“ in so genannten Memory Kliniken gestellt. Es sei ein weiter Weg bis zur Diagnose.

Weil sich die Demenz einschleiche, sei der Beginn leider kaum spürbar, auch seien Betroffene in der Lage, ihre Einschränkungen vor der Umwelt zu vertuschen.

Die Referentin empfahl, dass alle, die von einer Demenz betroffen sind, wichtige Dinge schnell regeln sollten.

Angehörigen riet sie, Angebote Dritter zu nutzen und nicht vor falscher Scham Hobbys aufzugeben oder den Freundeskreis zu vernachlässigen.

Im Umgang mit Betroffenen sollte immer bedacht werden, dass diese ihre Gefühle behalten. Demenziell Erkrankte würden spüren, wenn oberflächlich mit ihnen umgegangen werde. Angehörige sollten immer bedenken, dass der Erkrankte nichts für sein Verhalten kann. Im „Casa Malta“ werde das Prinzip „Silviahemmet“ gepflegt. Ein Konzept, das in Schweden begründet worden sei.

Wer mit Demenzkranken umgehe, soll dem Konzept zufolge auf dessen Stärken achten. Und dem Menschen mit Respekt begegnen. Der Betroffene lehrt seine Umgebung, wie mit ihm umzugehen ist.

Die Aktivierung erfolgt dabei auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Insbesondere auf der musikalischen Ebene. Denn diese bleibe auch bei demenziell Erkrankten erhalten, so Nora Hamdorf.

Insbesondere solle bei Orientierungshilfen für Erkrankte auf die Farbe Rot geachtet werden. Rot werde lange wahrgenommen. Dunkle Flächen hingegen nehme der Erkrankte als Loch und somit als Gefahr wahr. Im „Casa Malta“ werde das alles berücksichtigt. Und, so die Referentin, es funktioniere. Bei allen Problemen käme die Freude nicht zu kurz. „Bei uns wird täglich gelacht.“

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erstellt am 08.Apr.2016 | 19:05 Uhr

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