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A7-Ausbau beginnt in einem Jahr : Die Unruhe vor dem Stau

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Dem Kreis Pinneberg droht ein großes Verkehrschaos. Mitte 2014 soll der Ausbau der A7 zwischen Bordesholm und dem Elbtunnel beginnen. Landrat Oliver Stolz rechnet mit massiven Beeinträchtigungen für die A23 und die umliegende Region.

shz.de von
erstellt am 21.Jul.2013 | 21:16 Uhr

Auf schleswig-holsteinischem Gebiet will das Land die A7 bis 2018 von vier auf sechs Spuren verbreitern lassen. Zum Hauptproblem für Pendler und den Güterverkehr im Kreis Pinneberg dürften aber die Bauarbeiten in Hamburg werden. Die Strecke vom Dreieck Nordwest bis zum Elbtunnel soll bis 2022 auf acht Streifen erweitert werden. Die Einfallsschneise nach Hamburg wird acht Jahre lang zur Baustelle.

Stolz warnte: „Die Probleme, die der Ausbau der A7 von der Landesgrenze bis zum Elbtunnel der Westküstenregion bis 2022 tatsächlich bereiten wird, hat bisland niemand ernsthaft im Blick!“ Das Land knüpfte die Auftragsvergabe zwar an Vorgaben, die einen Stau auf der A7 verhindern sollen. So sollen in der Bauphase immer vier Spuren zur Verfügung stehen. Die Auf- und Abfahrten werden weder verkürzt noch gesperrt. „Aber bezüglich der A23 sehen wir noch Planungsbedarf“, sagte Andreas Köhler, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, Recht und Bauen in der Kreisverwaltung, im Gespräch mit den UeNa.

Er gehört einer Arbeitsgruppe an, die dem Mega-Stau vorbeugen will. Köhler, Michael Zisack, Leiter des Fachdienstes Straßenbau- und Verkehrssicherheit, Jürgen Tober, Leiter des Fachbereichs Ordnung, und Hartmut Teichmann vom Fachdienst Planen und Bauen arbeiten eng mit einem ähnlichen Team in Bad Segeberg zusammen. Das Problem: „Wir haben keine Entscheidungskompetenz“, so Köhler. Er sei aber auch kein Gegner von Entscheidungen und betonte: „Wir sehen uns als Partner des Landes, der Ideen einbringt.“

Um diese zu sammeln, riefen die Kreise im Mai Vertreter aus Wirtschaft, Polizei und Verwaltung zu einem Verkehrsgipfel in Elmshorn zusammen. Die Teilnehmer forderten eine Gesamtstrategie und einen Koordinator auf Seiten des Bauunternehmens, das noch beauftragt werden muss. Er soll der erste Ansprechpartner für die Kommunen sein. Ein Schienenverkehrsgipfel wird Mitte August in Bad Segeberg folgen. Experten der Kreise und Länder erörtern dann etwa die Frage: „Wie kriege ich Leute auf die Bahn?“ Eine Idee ist, das auf Eis liegende Projekt „Stauvermeidung durch Umstieg auf den Nahverkehr“ (SUN) wiederzubeleben. Es soll Daten der Autobahnleitsysteme und Abfahrzeiten des Schienenverkehrs zusammenführen und über das Internet anbieten. Köhler: „Dann zeigt das Navi: In Halstenbek ist Stau. Am Bahnhof gibt es noch freie Parkplätze. Die S-Bahn fährt in zehn Minuten und du erreichst dein Ziel damit um soundso viel Uhr.“ Ab 2008 arbeitete der Kreis etwa eineinhalb Jahre daran. Doch als ein Gutachten Kosten in Millionenhöhe voraussagte, verschwand es in der Schublade.

Eine weitere Idee besteht darin, Gemeinden zu beraten, mit welchen Zuschüssen sie Park+Ride-Plätze ausbauen können. Zudem will der Kreis weiterhin auf zusätzliche Regionalexpress-Halte in Pinneberg und Tornesch drängen.

Doch Köhler glaubt nicht, dass sich der Stau allein über den Nahverkehr lösen lässt. Wichtig sei die Frage: „Wie können wir die A23 ertüchtigen?“ Er will das Land nach Konzepten dazu befragen. Die mit dem Vergabeverfahren betraute Deutsche-Einheit-Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) lässt bereits Verkehrssimulationen erstellen. Sie sollen im vierten Quartal vorliegen. Darin werden auch die Anschlussstellen und die A23 berücksichtigt.

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