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Gegen das Vergessen : Die Spurensuche im Kreis geht in die nächste Runde

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Noch mehr Stolpersteine für den Kreis Pinneberg, da sich immer mehr – und vor allen Dingen junge Menschen – auf Spurensuche begeben.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2012 | 20:50 Uhr

Auf die Suche nach Opfern eines brutalen und gnadenlosen Nazi-Terror-Regimes, das vor und während des zweiten Weltkrieges Menschen wegen ihrer Gesinnung, ihres Glaubens, der Herkunft oder gar ihres Gesundheitszustandes auf einen langen, furchtbaren Leidensweg und schließlich in den Tod schickte.

Damit die Namen dieser Opfer und ihre Schicksale nicht mit der Zeit verloren gehen, sollen Stolpersteine als Mahnmal immer wieder an sie und die todbringende Ausgrenzung und Vernichtung erinnern – auch aus ganz aktuellem Anlass. So werden am 2. und 3. März in Uetersen, Quickborn, Elmshorn und Horst Stolpersteine verlegt.

Mit dabei: der Kölner Künstler Gunter Demnig, der Arbeitskreis zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein (AKENS), die Initiative Selbstbewusstes Quickborn, die Geschichtswerkstatt des SPD-Ortsvereins Uetersen, die Arbeitsgemeinschaft Stolpersteine für Elmshorn und das Ortsarchiv Horst, die sich bereits seit einem Jahr miteinander vernetzt haben und jetzt überlegen, einen kreisübergreifenden Trägerverein zu gründen, um zusammen mehr auf ihre Belange aufmerksam zu machen. Sie hoffen, bei Verwaltung und Politik mehr Bereitschaft zu finden, sich beim Kampf gegen Rechtsradikale aktiv einzusetzen, denn bisher kamen aus der Verwaltung Absagen aus formalen Gründen und von den Fraktionen so gut wie gar keine Reaktion auf Anfragen. Momentan werden die Stolpersteine und die Spurensuche nur über private Spender finanziert, die häufig dann auch die Patenschaften für die einzelnen Steine übernehmen.

In Elmshorn beginnt die Veranstaltung am 3. März um 10.30 Uhr in der Timm-Kröger-Straße 9, Bürgermeisterin Dr. Brigitte Frontzek begrüßt, die Künstlerin Anna Haentjens wird dazu Texte und Lieder, die teilweise in den Konzentrationslagern entstanden sind, rezitieren und singen. Anna Haentjens und Mitinitiator Rudi Arendt sind sich in Elmshorn einig, aber auch Erhard Vogt wird es mit der Verlegung von drei Stolpersteinen auf Initiative der SPD-Geschichtswerkstatt und der Abendveranstaltung in der Kleinen Stadthalle in Uetersen nicht anders gestalten: Die Verlegung der Stolpersteine sollen einem ehrenvollen Begräbnis in ihrer Heimat und ihrer ehemaligen Nachbarschaft entsprechen, das den Opfern damals nicht vergönnt war.

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