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Uetersener Nachrichten

21. Oktober 2017 | 19:58 Uhr

Engagement : Die Sprachpaten sind eng vernetzt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die etwa 30 Frauen und Männer, die als ehrenamtliche Sprachpaten im Sprachcafé „Come TOgether“ in Tornesch lebenden Flüchtlingen zur Seite stehen, sind auch außerhalb der Treffen im Sprachcafé in engem Kontakt.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2015 | 21:45 Uhr

„Wir sind gut vernetzt, um uns schnell gegenseitig informieren zu können, wenn Hilfe benötigt wird oder ein Problem auftaucht“, betont Brigitte Berger. Sie fungiert als Koordinatorin und ist fast rund um die Uhr für alle Sprachpaten erreichbar. Denn mittlerweile sind zwischen den Sprachpaten und den meisten regelmäßig zu den Treffen kommenden Flüchtlingen auch private Kontakte entstanden. Die Sprachpaten helfen nicht nur bei Alltagsangelegenheiten, sie begleiten bei Behördengängen und Arztbesuchen und nehmen Fragen, Wünsche und Anregungen der Flüchtlinge auf. „Und da ist ein Austausch untereinander wichtig, um effektiv helfen oder richtig Auskunft geben zu können. Wir geben uns untereinander auch Tipps, wo man Informationen über rechtliche Bestimmungen der Flüchtlingsthematik erhält. Manche von uns sind halbe Experten geworden“, betont Brigitte Berger. Geplant war bereits eine rechtliche Schulung der Sprachpaten durch eine Vertreterin des Flüchtlingsrates. Die Schulung musste ausfallen, wird aber nachgeholt. Demnächst ist eine Fahrt nach Neumünster in die Einrichtung für die Erstaufnahme der Flüchtlinge geplant. Einen engen Austausch pflegt Brigitte Berger auch zu Wolfgang Aschert, der im Amt Moorrege ehrenamtlicher Koordinator der Sprachpaten ist.

„Unterstützung und Informationen erhalten wir durch unser Ordnungsamt. Ich arbeite eng mit Sven Reinhold zusammen. Er teilt mir mit, wann Flüchtlinge in Tornesch eintreffen.“ Dann ruft Brigitte Berger Sprachpaten an. Und wer Zeit hat, empfängt mit ihr Flüchtlinge, begleitet sie zum Sozialamt und zur Wohnung, zeigt Anlaufstellen wie die DRK-Kleiderkammer und lädt zu den Treffen ins Sprachcafé ein.

Ohne die ehrenamtliche Unterstützung von Mahdi Habibpur würde jedoch vieles nicht funktionieren. Der 33 Jahre alte Iraner spricht sehr gut Deutsch und ist bei der Sprachmittlung unentbehrlich. Denn nur in wenigen Fällen ist eine Verständigung mit den Flüchtlingen über Englisch möglich und so ist Mahdi Habibpur stets zur Stelle, wenn seine persischen Sprachkenntnisse und sein Wissen über die persische Kultur gebraucht werden. Auch im Sprachcafé bringt er sich ehrenamtlich als Dolmetscher und Sprachpate sowie mit Ideen für interkulturelle Begegnungen ein. So will der FCU-Fußballtrainer eine Fußballgruppe, der Sprachpaten und Flüchtlinge angehören, ins Leben rufen.

Andere Sprachpaten haben Flüchtlingen Fahrräder geschenkt oder besorgt, mit ihnen das Radfahren geübt und wollen nun kleine Radtouren unternehmen. Auch zwei gespendete Musikinstrumente wurden an einen Flüchtling, der Musiker ist, vermittelt. „Mittlerweile sind auch die in Tornesch lebenden Flüchtlinge, die sich im Sprachcafé kennengelernt haben, untereinander vernetzt. Das freut uns. Und wir freuen uns auch über jeden weiteren Sprachpaten und persisch sprechende Helfer als Unterstützer“, so Brigitte Berger. Kontakt wird über VHS-Leiterin Inga Pleines (04122/401540) vermittelt.

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