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Uetersener Nachrichten

14. Dezember 2017 | 18:20 Uhr

Wenig Personal : Die SPD wirbt für die Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Innerhalb von zwölf Minuten soll die Feuerwehr am Brandort sein – gemessen vom Piepen des Empfängers bis zum Aussteigen aus dem Löschfahrzeug. Diese Frist gilt in Schleswig-Holstein.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2013 | 21:20 Uhr

Nachts bedeutet das: „Raus aus’m Bett, rein in die Klamotten, zur Wache fahren, Depesche aus dem Drucker nehmen, und in zwölf Minuten müssen wir an der Einsatzstelle sein. Zu 90 Prozent schaffen wir das“, sagte Karsten Schütt, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Uetersen, kürzlich bei einem Informationsabend in der Feuerwache, zu dem die SPD eingeladen hatte.

Allerdings wollen immer weniger Menschen diesen Stress auf sich nehmen. „Die Leute haben weniger Zeit für die Feuerwehr, auch in Uetersen“, so Schütt. Zwar gäbe es in der Rosenstadt noch genug Einsatzkräfte: 75 aktive Brandschützer bewältigen pro Jahr rund 180 Einsätze. „Einiges hat auch die Technik kompensiert, wir können mit weniger Leuten das Gleiche leisten“, so Schütt. Trotzdem betonte er: „Wir müssten in den Städten mehr Kameraden haben, um die Arbeit auf mehr Schultern zu verteilen.“ Seiner Beobachtung nach hat sich die Zahl der Einsatzkräfte während der vergangenen 30 Jahre auf den Dörfern gehalten, in den Städten sei sie aber leicht gesunken.

Beate Raudies, SPD-Landtagsabgeordnete und Fraktionssprecherin für den Bereich Feuerwehr, berichtete, dass der Kreis Pinneberg aufgrund der dichten Besiedelung noch gut aufgestellt sei. In einigen Landesteilen herrsche aber Not, neue Mitglieder zu finden. In Ostholstein gäbe es Dörfer ohne Wehrführer, weil niemand den Posten übernehmen will. „Landesweit müssen wir uns Gedanken machen, wie wir Leute für die Feuerwehr interessieren“, sagte sie.

Eine Möglichkeit bestehe darin, Menschen mit Migrationshintergrund für die Feuerwehr zu gewinnen. Auch für Menschen mit Behinderungen gäbe es Möglichkeiten, sich einzubringen. „Auch die Feuerwehr wird sich die Frage der Inklusion stellen“, so Raudies. Finanziell hat das Land die Förderung bereits erhöht. So erhält der Landesfeuerwehrverband 2013 und 2014 zusätzliches Geld für das Marketing und die Mitgliederwerbung. Die Höhe des Zuschusses hängt vom Aufkommen ab und wird aus der Glücksspielabgabe finanziert.

In Uetersen wurde die neue Werbetrommel bisher allerdings kaum gehört. Raudies hatte die Uetersener Feuerwehr besucht, um ihr eine größere Öffentlichkeit zu verschaffen. Die SPD-Ortsvorsitzende Heike Baumann lobte dabei den Einsatz der Kameraden. „Ganz Uetersen kann sich auf die Feuerwehr verlassen“, sagte sie. Schütt stellte anhand einer Präsentation ausführlich die Aufgaben der Brandschützer vor. Jedoch erschienen nur elf Besucher, die meisten davon SPD-Mitglieder und Feuerwehrleute.

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