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Treffen : Die Sorge vor einem Asyl-Kollaps wächst

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Kreispräsidenten des Landes Schleswig-Holstein haben ihre bereits vor einigen Monaten öffentliche geäußerte Forderung nach zügigen Abschiebungen von Flüchtlingen ohne Chance auf Asyl bekräftigt. Deutlich kritisierten sie außerdem fehlende Konzepte zur Entspannung der aktuellen Situation in Deutschland.

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2015 | 21:24 Uhr

Erstmals nach sechs Jahren trafen sich die Kreispräsidenten wieder im Kreis Pinneberg zu Gesprächen über aktuelle Themen. Ganz oben auf ihrer Agenda: die Situation der Flüchtlinge. „Wir fordern die Landesregierung auf, weitere Erstaufnahmekapazitäten zu schaffen und Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive nicht weiter auf die Kommunen zu verteilen“, sagte der Chef des Landkreistages, Jan-Christian Erps (kl. Foto). Einig waren sich die Kreispräsidenten, dass der Erfolg der Integration maßgeblich von der Hilfsbereitschaft der Bürger abhängt. „Sie darf nicht nachlassen, sonst gelingt das nicht“, sagte Pinnebergs Kreispräsident Burkhard E. Tiemann. Kritisch äußerten sich die obersten Repräsentanten der Landkreise außerdem über den Zustand der europäischen Solidarität. „Hilfsbereitschaft kann keine Einbahnstraße sein und allein von Schweden und Deutschland ausgehen“, sagte Erps. Voraussetzung für „die Bewältigung der Flüchtlingsproblematik“ ist nach Ansicht von Jan-Christian Erps die Aufstockung der finanziellen Mittel noch in diesem Jahr. „Die Menschen brauchen außerdem vom Bund dringend Signale, dass künftig nicht jeder Bedürftige in Deutschland aufgenommen werden kann.“

Die Tagung, der ein Besuch der Anlage des Holsteiner Zuchtverbandes mit einer Führung durch die Pferdeställe und über die Trainingsanlagen voranging, endete mit einem Appell an „alle Verantwortlichen, sich jetzt schnell und über alle Parteigrenzen hinweg auf Maßnahmen zu verständigen, die zu einer sofortigen Entspannung der Situation in den Kreisen, Städten und Gemeinden führen“, wie es in einer gestern veröffentlichten Erklärung heißt. Derweil hat im Kreis die Suche nach zentralen Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge begonnen. Öffentlich sprach Landrat Oliver Stolz inzwischen von 2000 Plätzen, die geschaffen werden sollen. Weil die Kommunen keinen Platz mehr haben, will nun der Kreis einspringen.

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