Gigaliner-Diskussion : Die Schiene hat gar keine Kapazitäten mehr

Monster, Ungeheuer, technisches Teufelszeug oder doch ein Segen? Die CDU-Kreistagsfraktion ist der Ansicht, dass man „das Pferd nicht von hinten aufzäumen“ sollte. Der Feldversuch mit den Gigalinern müsse zuerst durchgeführt und ausgewertet werden, bevor man ihn kritisieren könne.

shz.de von
23. September 2011, 22:32 Uhr

„Durch die derzeitige Auslastung der Kapazitäten für Güterverkehr bei der Bahn ist eine Steigerung nicht möglich“, so Feuerschütz weiter. „Es wird bis 2025 eine Zunahme des Güterverkehrs um 70 Prozent im Vergleich zu 2004 prognostiziert.“ So werde durch möglichen Einsatz von Lang-Lkw kein Verkehr verlagert, sondern die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Standorts Deutschland, und insbesondere Schleswig-Holsteins, lediglich sichergestellt. Außerdem sei durch die Gewichtsbeschränkung ein Einsatz von sogenannten Gigalinern nur für einige Güter sinnvoll. Viele dieser grundsätzlich qualifizierten Güter würden bisher nicht auf der Schiene transportiert, ergänzt der Christdemokrat.

Durch das mögliche Transportvolumen im Verhältnis drei zu zwei (herkömmliche Lkw : Gigaliner) werde die Umwelt durch den Einsatz von Gigalinern eher entlastet als zusätzlich belastet. Ebenso sei die Belastung der Straßen durch das Befahren eher geringer als höher, da das Gesamtgewicht auf mehr Achsen verteilt werde und keine Erhöhung der Achslasten oder der Gesamtgewichte geplant sei. Durch moderne Lenkachsen sei zudem ein besseres Lenkverhalten als bei vielen herkömmlichen Lastwagen gewährleistet. Feuerschütz: „Um möglichen Verkehrs- oder Sicherheitsproblemen vorzubeugen, wurde der Kreis durch den Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr beteiligt. Die angemeldeten Strecken im Kreis Pinneberg sind bekannt und wurden von der Straßenverkehrsbehörde des Kreises überprüft.“

Es handele sich um drei Standorte, die im Kreis angefahren werden. Das seien ausschließlich Baumschulbetriebe.“ Abschließend stellte der Kreis-Politiker klar: „Natürlich muss gewährleistet sein, dass der Kreis nach Bekanntgabe der Ergebnisse des Feldversuchs vor weiteren Entscheidungen beteiligt wird. Außerdem ist sicherzustellen, dass in Zukunft nicht nur noch Gigaliner eingesetzt werden, sondern der Einsatz auf feste Langstrecken beschränkt werden wird.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert