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Naturschutzgebiet : Die Rückkehr von Big Brother

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion in Kiel scheint man gelernt zu haben. Per Pressemitteilung wird von dem neuerlichen Aufstellen von Kameras im Naturschutzgebiet Haseldorfer Binnenelbe berichtet. Damit sollen „Auswirkungen von Schiffsbewegungen auf die Brut- und Rastvögel“ erhoben werden.

shz.de von
erstellt am 25.Mär.2012 | 21:43 Uhr

Im Sommer 2011 waren Kameras bereits einmal aufgestellt worden, damals aber heimlich. Wassersportler entdeckten die Anlagen jedoch, ohne anfangs zu wissen, wozu sie dienten. Die Big-Brother-Aktion hatte beim Bekanntwerden für massiven Unmut in der Bevölkerung gesorgt.In dieser Woche geht es wieder los, verkündet die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord. Vier „einfache digitale Fotoapparate“ werden aufgestellt. Drei sollen an der gleichen Stelle wie im vergangen Jahr platziert werden. So werden die Daten vergleichbar sein. Weiterhin wird mit einer vierten Kamera ein Wattfeld beobachtet. Alle 90 Sekunden knipsen die Kameras ein Bild. Datenschutzrechtliche Bestimmungen sollen eingehalten werden. Personenbezogene Daten werden nicht erhoben, versichert die Bundesbehörde.

In den vergangenen Monaten waren zweimal Marschmer zu einem Informationsgespräch geladen gewesen. Dazu gehörten anfangs neben Vertretern der Wasser- und Schifffahrtsdirektion und den Gutachtern auch die Bürgermeister der drei H-Dörfer, Vertreter des Elbmarschenhauses, des Wassersportclubs Haseldorf sowie des Angelsportvereins Binnenelbe. Von Teilnehmern wurde es als „Friedensgespräch“ bezeichnet. In einem zweiten Gespräch kamen die Gutachter mit Freizeitskippern und Anglern zusammen. Ihr Wissen sollte für die Untersuchung genutzt werden. Vom Tisch sind damit die Bedenken der Marschmer nicht: Nach wie vor ist die Befürchtung groß, dass als Ergebnis der Untersuchungen neue Befahrungsregeln für die Binnenelbe im Bereich des Haseldorfer Naturschutzgebietes stehen könnten, die die Nutzung mehr oder weniger deutlich einschränken. Schlimmstenfalls würde der Haseldorfer Hafen zur Disposition stehen.

Die Auswertung der Studie wird voraussichtlich im Herbst vorliegen. Nach der Pressemitteilung der Wasser- und Schifffahrtsdirektion sollen nur die Betroffenen über die Ergebnisse informiert werden.

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