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Inklusion made in Uetersen : Die Quadratur des Kreises gelingt

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

„Plietsch!“ nennen die Grünen im Landtag ihre bildungspolitischen Gespräche, zu denen sie regelmäßig in das Landeshaus einladen. Traditionell führt Anke Erdmann, schulpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, in die Diskussionsabende ein.

Kürzlich ging es bei diesen Gesprächen um „Inklusion“, also um den noch recht jungen Begriff, der sprichwörtlich Schule macht.

Im Fokus des Interesses der Grünen stand das Gymnasium. Ist Inklusion dort überhaupt möglich? Gleicht Inklusion bei G8 nicht einer Quadratur des Kreises? Die Politiker wollten es wissen und luden Fachkompetenz nach Kiel ein. So auch Alexej Stroh vom LMG Uetersen und Bettina Michaelsen von der Geschwister-Scholl-Schule. „Wenn man die Schritte nur klein genug macht, dann ist inzwischen auch die Quadratur des Kreises möglich!“, stellte Dr. Thomas Hillemann, Landeselternbeiratsvorsitzender der Gymnasien zunächst fest. Gymnasien könnten sich der Herausforderung Inklusion nicht entziehen.

Den anderen Pol markierten einige Wortbeiträge aus dem Publikum: Gymnasium und Inklusion, das passe einfach nicht zusammen.

An diesem „Plietsch!“-Abend wurde die Kooperation zwischen dem LMG und dem Uetersener Förderzentrum vorgestellt sowie die Leistung des städtischen Gymnasiums Segeberg, das schon lange auch Kinder mit Förderbedarf „Lernen“ und „Geistige Entwicklung“ aufnimmt.

Die Kinder kommen aus Regelgrundschulen, in denen sie oft schon gemeinsam in eine Klasse gegangen sind. Frank Ulrich Bähr stellte die Rahmenbedingungen vor, unter denen in Bad Segeberg das Projekt seit inzwischen 17 Jahren gelingt.

Schließlich konnte das Uetersener Gespann von den ersten Erfahrungen eines gemeinsamen Unterrichts berichten. Stroh und Bettina Michaelsen umrissen die Voraussetzungen und die Zielrichtung.

In einer fünften Klasse werden seit Sommer 2014 drei Kinder mit Förderbedarf unterrichtet. Wie das zugeht, was gelernt und organisiert werden muss, das schilderten im Anschluss die Klassenlehrerinnen Julia Rohde und Doris Schmidt. Zusätzliche Ressourcen und Freiwilligkeit, ein gutes Miteinander von Gymnasium und Förderzentrum, das sind einige der Bedingungen für das Gelingen von Inklusion, wurde resümiert. Wichtig sei auch die Planbarkeit. Eine Maßnahme, in der von Schuljahr zu Schuljahr neu entschieden werde, wie die Begleitung aussehen könne, sei eine echte Hürde.

Es war das zweite Mal, dass die Schul- und Bildungskompetenz aus der Rosenstadt anhand eines Projekts in Kiel auf offene Ohren stieß und vorgestellt werden konnte.

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erstellt am 10.Feb.2015 | 22:15 Uhr

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