Gespräche : Die Priviligierten der „Tafelrunde“

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„Blank ziehen“ sollen die Vereine und Verbände, die am 16. und 17. Oktober im Rathaus zusammenkommen, um am Runden Tisch über das Sparpaket zu diskutieren, welches es noch vor Jahresende zu beschließen gilt. Denn nach wie vor reichen die Konsolidierungsvorhaben der Stadt nicht aus, sollen von dritter Seite Millionenbeträge eingeworben werden.

shz.de von
12. Oktober 2012, 23:16 Uhr

Die Sportvereine, die auch zur Kasse gebeten werden sollten, hatten sich gewehrt. Und auch die Sozialverbände waren nicht amüsiert. Eine Lösung soll auch bezüglich der Frage gefunden werden, inwieweit die Stadt weiterhin Mitglied bei IHG (Interessengemeinschaft Handel und Gewerbe) und USM (UetersenStadtmarketing) bleiben könnte.

Vertreter der Vereine und Verbände, die von der Stadt Zuschüsse erhalten, sitzen am Dienstag und Mittwoch mit der Bürgermeisterin und politischen Vertretern zusammen, um auf der einen Seite zu erfahren, warum gerade bei ihnen gespart werden muss und um diesbezüglich mitzureden.

Die Wählergemeinschaft BfB hat angekündigt, allen ganz besonders auf den Zahn fühlen zu wollen. Aber nur deshalb, weil man eine Entscheidungsgrundlage für die anstehenden Beschlüsse haben möchte. Was kann jeder Verein leisten? Warum ist vielleicht Geld auf dem Konto, kann aber dennoch als Konsolidierungshilfe nicht herangezogen werden? Sozialausschuss und der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport (SKS) werden sich mit den Ergebnissen der Runden Tische im November/Dezember befassen. Auch der Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Stadtmarketing wird darüber beraten, speziell bei ihm geht es um USM und die IHG.

Vereinbart wurde, dass jeweils zwei Vertreter der Fraktionen an den Runden Tischen Platz nehmen. Von der BfB werden das die Sozialausschussvorsitzende Sabine Lankau und Holger Köpcke, Mitglied des SKS-Ausschusses, sein. „Wir wollen die Vereine und Verbände nicht vor den Kopf stoßen, denn wir wissen, dass sich dort viele ehrenamtlich Tätige engagieren. Daher auch die Runden Tische“, sagt Sabine Lankau. Und auch für Holger Köpcke steht fest: „Wir wollen alle mit ins Boot holen und mitnehmen.“ Fragt sich nur, wann es einen Runden Tisch für den steuerzahlenden Bürger geben wird. Denn der soll (ebenfalls) weiter „geschröpft“ werden. Schon im Dezember könnten weitere Steuererhöhungen (Grund- und Gewerbesteuer) beschlossen werden. Schließlich fordert das Land einen engagierten Beitrag seitens der Stadt. Und wenn man mit dem Geld nicht auskommt, sind Steuererhöhungen stets eine willkommene Lösung.

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