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Appener Gespräche : Die Polizei hat alles gut im Griff

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die „Appener Gespräche“ sind inzwischen längst zu einer Institution geworden. Sie bieten eine gute Gelegenheit für das Zusammentreffen von Zivilbevölkerung und Soldaten.

shz.de von
erstellt am 29.Feb.2012 | 20:54 Uhr

Einladender auch des jüngsten Themenabends war USLw-Schulkommandeur Oberst Klaus Kuhle. Als Referent des Abends war der Leitende Polizeidirektor Heinz Parchmann von der Polizeidirektion Segeberg gekommen. Unter den rund 200 Gästen waren die beiden Landtagsabgeordneten Barbara Ostmeier und Dr. Michael von Abercron. Zudem war es dem Kommandeur eine Freude, zahlreiche Bürgermeister und Bürgervorsteher aus der Region nebst einer Delegation aus Heide – dort ist die III. Lehrgruppe der USLW stationiert – begrüßen zu können. Aus den beiden „Stadtteilen Uetersen und Tornesch“ begrüßte Kuhle Bürgermeisterin Andrea Hansen und Bürgermeister Roland Krügel. Die messerscharfe Analyse des Faktischen nahmen beide Verwaltungsleiter mit Humor. Parchmann wartete mit einem umfangreichen Zahlenmaterial auf. Er erläuterte die umfangreichen Aufgaben der Polizei, die Begriffe objektive Sicherheit und Sicherheitsgefühl und kennzeichnete den Kreis Pinneberg als relativ „ruhiges Pflaster“. Es gebe eine latente rechte und linke Szene, die die Polizei aber im Griff habe. Probleme mit Rockern wie im Segeberger Raum (Hells Angels, Red Devils, Bandidos) gebe es im Kreisgebiet nicht. Dennoch würden die Gruppen auch hinsichtlich ihrer Tendenz, sich ausbreiten zu wollen, beobachtet. Die Polizei verfolge gegenüber den Rockervereinigungen eine Null-Toleranz-Strategie.

Parchmann nannte erste Zahlen und Trends der aktuellen Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik. Straftaten gegen Leib und Leben seien steigend, Sexualdelikte hingegen fallend. Statistisch berücksichtigt werden könnten natürlich nur die angezeigten also bekannt gewordenen Fälle. Ergebnisse von Dunkelfeldanalysen belegten, so Parchmann, dass alle Fakten mit Vorsicht zu genießen seien.

Die Sicherheit der 560000 Bürger werde gewährleistet, indem im gesamten Gebiet der Polizeidirektion zum Beispiel mindestens 22 Funkstreifenwagen ständig auf der Straße seien, in der Regel jedoch 30 bis sogar 45.

Die Polizei sei vielfältig gefordert, so in den Bereichen der Strafverfolgung, Gefahrenabwehr, Amtshilfe und Ordnungswidrigkeitsdelikten. Kräfte würden immer wieder durch besondere Veranstaltungslagen beansprucht und stünden dann auch nicht für den „normalen“ Dienst zur Verfügung. Er wisse, dass solche Einsätze insbesondere an Wochenenden von den Diensttuenden als Belastung empfunden werden. Parchmann empfahl auf Nachfrage, dass die Politik gut beraten sei, in die Attraktivität des Polizeidienstes zu investieren. Der Nachwuchs werde ohnehin schon knapper. Die technische Ausrüstung, attestierte Parchmann den verantwortlichen Stellen, sei bereits top.

Die Zahlen zur Kriminalstatistik und Verkehrsstatistik werden zu einem späteren Zeitpunkt, heruntergebrochen auf Uetersen und Umgebung, veröffentlicht. Nur soviel sagte Parchmann: Uetersen steche hinsichtlich der Häufigkeitszahlen heraus. Die Häufigkeitszahl bezeichnet die Zahl der polizeilich bekannt gewordenen Straftaten, bezogen auf 100000 Einwohner. Landesweit schlage die Zahl 7751 zu Buche. In Uetersen stehe sie bei 8622. Uetersen sei aber noch lange kein kriminelles Pflaster zum Fürchten. In den festgestellten Delikten „versteckt“ sich nämlich auch viel Kleinkriminalität wie Ladendiebstahl.

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