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Ein Chilehaus für Tornesch? : Die Planungen für die Ortskernentwicklung schreiten voran

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Für den zentralen Platz Torneschs könnte ein Gebäude entstehen, das stark an das Chilehaus im Hamburger Kontorhausviertel erinnert.

von
erstellt am 07.Apr.2017 | 10:00 Uhr

Tornesch | Sie muten fast schon visionär an, die aktuellen Planungen für den Tornescher Ortskern. Für den Bereich des Tornescher Hofs können sich die Experten um Stefan Escosura von der AC Planergruppe ein viergeschossiges Gebäude vorstellen, das in einer Visualisierung während der jüngsten Bauausschussitzung den ein oder anderen Betrachter an das Hamburger Chilehaus erinnerte. Escosura machte dabei deutlich, dass die räumlichen Gegebenheiten zur Umsetzung vorhanden seien.

Längst haben die Stadtplaner die bauliche Gestaltung des zentralen Platzes am Bahnhof als wesentliches Element für die künftige Ortsentwicklung ausgemacht. Insbesondere das historische Bahnhofsgebäude hat es Escosura angetan, das wurde während seiner Präsentation deutlich. „Das ist ein Pfund, mit dem sie wuchern können“, sagte er in Richtung der Tornescher Politiker. Doch dessen Funktion sei nicht erkennbar, die historische Bebauung überformt und die Zugangssituation für Bahnnutzer unklar. All das gelte es im Rahmen der Ortsentwicklung zu verändern, so Escosura.

Großes Potenzial sieht der Stadtplaner in dem Bereich Tornescher Hof. „Doch es wird nicht genutzt.“ Eine „Hinterhofsituation“ mit Gebäuderückseiten, nicht zentrumsadäquater Nutzung (etwa Spielhallen) und ein unübersichtlicher Gesamteindruck würden letztlich für eine mangelhafte Aufenthaltsqualität sorgen, so Escosura. Er schlägt deswegen eine komplette Neugestaltung des Platzes samt durchgehender Pflasterung vor. Zentrales Element könnte ein viergeschossiges Gebäude werden, das in den oberen Geschossen Wohn- und Büroräume beheimatet und im Erdgeschoss Platz für Gewerbe bietet.

So könnte ein „Mischverkehrsbereich“ samt Radschnellweg in der Uetersener Straße aussehen.
So könnte ein „Mischverkehrsbereich“ samt Radschnellweg in der Uetersener Straße aussehen. Foto: Visualisierungen: AC Planergruppe

Der Stadtplaner betont, dass Tornescher Hof, Bahnhof, das Einkaufszentrum sowie die angrenzende Esinger Straße als zusammenhängender Entwicklungsbereich gesehen werden müssten. „Die Erdgeschosse müssen belebt sein“, sagt Escosura. Als Nutzungsarten schlägt er solche vor, die auch abends stattfinden. Treffpunkte sollen so geschaffen werden. Deutlich wird der Stadtplaner beim Thema Einzelhandel: Dieser sei in dem Bereich fehl am Platz. Dafür sei die Konkurrenz durch Hamburg zu groß, so Escosura.

„Einen Platz, auf dem man sich wohlfühlen kann“ will der Geschäftsführer der AC Planergruppe schaffen. Ein wichtiges Element ist für Escosura dabei der Rad- und Fußverkehr. Denn dieser sei kommunikativer als der Autoverkehr. Der Stadtplaner greift in seinem Bericht deswegen die Idee eines Radschnellwegs zwischen Uetersen und Tornesch auf. Dieser könnte sich im Bereich der Uetersener Straße in einen „Mischverkehrsbereich“ einfügen. Laut Escosura gebe es dort genügend Platz für Bahnschienen, Fußgänger sowie Rad- und Autofahrer. Grundsätzlich seien Radschnellwege ein Imagethema, mit dem sich jede Metropole beschäftigen würde, so Escosura. Er appellierte an die Tornescher Politik: „Besetzen sie dieses Zukunftsthema.“

Der nun vorgestellte, sogenannte Erläuterungsbericht soll zum einen potenziellen Vorhabenträgern aufzeigen, was an baulicher Entwicklung im Ortskern vorstellbar ist, zum anderen Perspektiven für konkrete städtebauliche Projekte. Von komplexen und langfristigen Umsetzungsperspektiven ist entsprechend die Rede. Escosura: „Wir brauchen einen langen Atem für die Themen, die wir vorschlagen.“ Einstimmig billigten die Mitglieder des Bauausschusses den Erläuterungsbericht.

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